Psychologie zum Einschlafen - wissenschaft.de
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Psychologie zum Einschlafen

Eine Verhaltenstherapie ist häufig wirksamer gegen Schlafstörungen als die Gabe von Schlafmitteln. Dabei zeigt die Behandlung ohne Medikamente sowohl auf lange Sicht als auch kurzzeitig größere Erfolge, ergab eine Studie von Forschern um Gregg Jacobs vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine (Ausgabe vom 27. September).

An der Studie nahmen 63 Erwachsene mit chronischen Schlafstörungen teil. Acht Wochen lang behandelten die Forscher jeweils einen Teil der Probanden mit so genannten kognitiven Verhaltenstherapien, eine zweite Gruppe erhielt Schlafmittel, bei der dritten wurde beides kombiniert und Gruppe vier erhielt ein Placebo. Jeder Proband dokumentierte täglich sein Schlafverhalten. Mithilfe dieser Aufzeichnungen analysierten die Wissenschaftler nach vier und nach acht Wochen die erzielten Effekte, wobei die Schlafmittel gegen Ende der Studie langsam ausgeschlichen wurden.

Nach vier Wochen zeigten sich in der Verhaltenstherapiegruppe und in der Kombinationsgruppe die größten Erfolge. Bei 44 Prozent der Probanden aus beiden Gruppen hatten sich die Schlafstörungen gemindert. Schlafmittel alleine verbesserten bei 29 Prozent der Teilnehmer aus der entsprechenden Gruppe die nächtliche Erholung und die Placebos schlugen bei 10 Prozent an. Am Ende der Behandlungsphase waren bei über der Hälfte der mit Verhaltenstherapie oder der Kombination aus Therapie und Schlafmittel behandelten Patienten die Schlafstörungen deutlich zurückgegangen. In der Gruppe, die nur das Schlafmittel erhielt, ließ der positive Effekt nach, nachdem das Medikament nicht mehr regelmäßig eingenommen wurde. Am Ende war die Wirkung mit der bei der Placebo-Gruppe vergleichbar.

Verhaltenstherapie alleine und in Kombination mit Schlafmitteln brachten in den Untersuchungen gleich gute Ergebnisse. Da die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln mit der Gefahr einer Abhängigkeit einhergeht, raten die Forscher vor allem bei chronischen Schlafstörungen zu einer kognitiven Verhaltenstherapie.

ddp/bdw ? Dirk Gilson
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