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Quantenkryptographie schafft kommerziellen Markteinstieg

Eine an der Ostküste der Vereinigten Staaten beheimatete Firma hat das erste für den kommerziellen Einsatz konzipierte Quantenkryptographie-System vorgestellt. Die auf dem BB-84-Protokoll beruhenden Sender und Empfänger können mittels einzelner, quantenmechanisch verschränkter Photonen einen Kodierungsschlüssel durch herkömmliche Glasfasern verschicken. Der Firma zu Folge können die beiden Endpunkte dabei bis zu 120 Kilometer voneinander entfernt sein? die weltweit größte Distanz, über die einzelne Photonen jemals übertragen wurden.

Das auf den Namen „Navajo“ getaufte System besteht im wesentlichen aus einer Lichtquelle und einem Detektor für einzelne Photonen, die in einem Gerät von der Größe eines Desktop-Computers verpackt sind. Ein Bild dieser „Black Box“ ist auf der Nachrichtenseite des Instituts of Physics zu sehen.

Um Nachrichten abhörsicher austauschen zu können, müssen beide Partner jeweils eines dieser Geräte besitzen und diese mit einem gewöhnlichen Glasfaserkabel verbinden. Durch quantenmechanisch verschränkte Photonen kann dann ein Verschlüsselungscode für die eigentliche Nachricht ausgetauscht werden. Das dafür benutzte BB-84-Protokoll stellt sicher, dass dieser Vorgang abhörsicher ist.

Sollte eine dritte Person die Übertragung des Schlüssels abhören, bricht die quantenmechanische Verschränkung der Photonen zusammen. Die beiden legitimen Parteien können daher feststellen, ob ihr Schlüsselaustausch abgehört wurde oder nicht. Im letzteren Falle kann dann die verschlüsselte Nachricht mittels gewöhnlicher, nicht auf quantemechanischen Effekten beruhender Verfahren versendet werden.

Navajo soll in seiner preiswertesten Variante etwa 50.000 Dollar pro Gerät kosten. Erste Zielgruppen sollen Finanzinstitute sowie militärische Einrichtungen sein. Da herkömmliche Glasfaserkabel zur Übertragung benutzt werden können, sollte allerdings auch einem breiteren Einsatz nichts im Wege stehen.

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Stefan Maier
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