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Umwelt+Natur

Rätsel um Pinguinmagen gelöst

Männliche Königspinguine können unverdaute Nahrung im Magen bis zu drei Wochen haltbar machen, indem sie dort ein möglichst bakterienfeindliches Milieu produzieren. Dies berichten französische Forscher im Fachmagazin New Scientist (Ausgabe vom 22. Februar, S. 21).

Diesen Futterspeicher brauchen die Vögel für ihre Jungen, wenn die Mutter mit dem Futternachschub wegen schlechten Wetters verspätet zurückkommt. Unter den höheren Wirbeltieren ist diese Fähigkeit, Nahrung über so lange Zeit zu speichern, einzigartig. Wie die Tiere das schaffen, war Biologen bislang unklar.

Cécile Thouzeau vom Centre National de la Recherche Scientifique und ihre Kollegen untersuchten den Mageninhalt von sieben männlichen Pinguinen, die ihre Nahrung zu diesem Zeitpunkt konservierten. In diesen Proben fanden sie viel mehr Bakterien, die deformiert oder tot waren, als in den Mägen von Pinguinen, die ihre Nahrung normal verdauten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Bakterien durch Acrylsäure bekämpft werden. Diese Säure stammt ursprünglich aus Phytoplankton, das Beutetiere der Pinguine fressen. So gelangt dieser Stoff in den Pinguinmagen. Da die Pinguinmänner ihre Verdauung jedoch auf Konservierung „umschalten“ können, müssen sie die bakteriziden Substanzen bei Bedarf aktiv freigeben können.

Birgit Schätz
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