Rekord mit Biss - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Rekord mit Biss

Mäuler wie Schraubstöcke: Was zwischen die Zähne von Raubkatzen, Krokodilen und Haien gerät, wird gnadenlos zermalmt. Doch die Kieferkraft dieser Tiere reicht offenbar nur für das Äquivalent von Knabbern, vergleicht man mit der des Schwarzen Piranhas ( Serrasalmus rhombeus): In Relation zu seinem Körpergewicht ist dieser Fisch der König der Beißer, berichtet ein internationales Forscherteam.

Der Schwarze Piranha kann Experimenten zufolge mit einer Kraft zubeißen, die dem 30-Fachen seiner eigenen Gewichtskraft entspricht. Damit übertrumpft er sogar den Weißen Hai und die geschätzte Kieferkraft von Tyrannosaurus rex, sagen die Forscher. Und doch ging es einst wohl noch kraftvoller: Ein großer Verwandter der heutigen Piranhas hat vor fünf Millionen Jahren vermutlich noch härter zugebissen und hätte damit gepanzerte Schildkröten wie Chips verspeisen können, berichten Guillermo Orti von der Washington University in Washington, D.C., und seine Kollegen.

Wütendes Beißen in Messgeräte

Für die Studie ließen die Forscher 15 Schwarze Piranhas aus dem brasilianischen Amazonasbecken in Messgeräte schnappen. Die glupschäugigen Probanden zeigten dabei ziemlich eindrucksvoll, was sie drauf hatten: Die Kiefer der bis zu 37 Zentimeter großen und 1,1 Kilogramm schweren Fische schlossen sich mit einer Kraft von 320 Newton. Mit diesem Körper-Kieferdruck-Verhältnis schlagen sie alle anderen bissigen Wirbeltiere, belegten Vergleiche der Forscher.

Sogar beim Messen mit den großmäuligsten Tieren der Erdgeschichte hält der Rekord stand ? mit einer Ausnahme: Megapiranha paranensis. Allerdings bleibt die Goldmedaille in diesem Fall sozusagen in der Familie: Es handelt sich nämlich ebenfalls um einen Vertreter aus der Gruppe der Piranhas, der vor etwa fünf Millionen Jahren ausgestorben ist. Er erreichte vermutlich 70 bis 130 Zentimeter Länge.

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Durch die Ergebnisse aus den Untersuchungen an den Schwarzen Piranhas konnten die Forscher auf die Beißkraft von Megapiranha paranensis schließen. Die Anatomie seines Kiefers, die die Forscher anhand von Fossilien untersuchen konnten, legt nahe, dass der Fisch mit bis zu 4.749 Newton zugebissen hat. Damit konnte er beispielsweise Schildkröten in eine knusprige Mahlzeit verwandeln.

Guillermo Orti (Washington University) et al.: Scientific Reports, doi: 10.1038/srep01009 © wissenschaft.de – Martin Vieweg
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