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Renate Künast im Gespräch mit bdw-Online: Gentechnikfreies Tierfutter in zwei bis drei Jahren

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Einige der Hauptprodukte der Grünen Gentechnik, nämlich Getreide, Mais und Soja, sollen in Deutschland für die Tiermast verboten werden. Bis entsprechende Kontrollen beim Anbau in Deutschland und beim Import von Futtermitteln aus dem Ausland eingeführt sind, wird es jedoch zwei bis drei Jahre dauern, sagte Landwirtschaftsministerin Renate Künast in einem Gespräch mit bild der wissenschaft Online. Danach werde es keine Grüne Gentechnik mehr im Futter geben.

Für die Landwirte gelte jetzt ohnehin die Devise „Klasse statt Masse“. Für eine insgesamt geringere Anzahl von Mastvieh werde weniger Futter benötigt. Die Zeiten der Massenproduktion von Tieren sei vorbei. „Prämien gibt es für Qualität, nicht für Überschüsse“, so die Landwirtschaftsministerin. In zehn Jahren sollen 20 Prozent der deutschen Landwirtschaft auf ökologischen Landbau umgestellt sein.

Bis Ende April werden gemeinsam mit Vertretern der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie, dem Einzelhandel, der Futtermittelhersteller und der Politik neue Qualitätsstandards erarbeitet. Das Ergebnis sollen unter anderem zwei neue Markenzeichen sein. „Das eine steht für ökologische Qualität auf dem Niveau von Bioland und Demeter. Das andere erfüllt biologische Mindeststandards“, erläuterte Renate Künast. Neue Vermarktungssysteme sollen dafür sorgen, dass es keine Zweiklassengesellschaft bei der Ernährung gibt, in der der Geldbeutel entscheidet, ob sich ein Mensch gesund ernähren kann. Eine neue Bundesbehörde, die Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, wird die neuen Standards kontrollieren. Vorbild sei dabei die Foodstandard Agency in Großbritannien, die nach dem BSE-Skandals im Königsreich ins Leben gerufen wurde. Auch auf europäischer Ebene zeichnen sich Veränderungen ab. So werden derzeit neue Richtlinien für artgerechte Schweinehaltung erarbeitet. Außerdem sollen lange Tiertransporte abgeschafft werden. „Solche Initiativen aus Brüssel helfen natürlich bei der Umstrukturierung hier“, freut sich die Agrarministerin.

Teure Lagerhallen oder Transporte für Agrarüberschüsse wird es in Deutschland bald nicht mehr geben. Das Geld fließt stattdessen in wissenschaftliche Projekte wie zum Beispiel die Sicherheitsforschung. „Die Forschungspolitik muss diesbezüglich umgestaltet werden“, erläuterte Renate Künast. Neue Finanztöpfe für die Wissenschaft wird es auch im Bereich Ökolandbau geben. Die Landwirtschaftsministerin möchte ein eigenes Institut dafür einrichten. „Die Agrarwende ist Millimeterarbeit und sie braucht die Zusammenarbeit von Industrie, Landwirtschaft und Verbrauchern“, betonte Renate Künast. „Aber sie geht weiter, auch wenn BSE unter Kontrolle ist.“

Lesen Sie mehr zu BSE: Hintergrundbericht – Der Stand der Forschung

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