Roboter-Bakterien im Blut - wissenschaft.de
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Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Roboter-Bakterien im Blut

Kanadische Forscher haben magnetische Bakterien durch die Blutbahn von Ratten schwimmen lassen. Sie wollen die Bakterien mit Magnetfeldern steuern und so Medikamente im menschlichen Körper transportieren. Mikroskopische Maschinen gelten in der Medizin als vielversprechender Ansatz um zielgenau zu arbeiten und dabei weniger stark in den Körper einzugreifen wie bei Operationen. Die Energieversorgung solcher Maschinen ist jedoch schwierig. Sylvain Martel von der École Polytechnique de Montréal und seine Kollegen sehen in Bakterien die beste Lösung, da sie sich selbstständig bewegen und für das Schwimmen auf mikroskopischer Ebene bestens entwickelt sind.

?Anstatt zu versuchen eine Nanomaschine zu bauen, ist es sinnvoller zu versuchen das zu kontrollieren, was die Natur zur Verfügung stellt?, meint Martel. Er und sein Team haben dafür sogenannte magnetotaktische Bakterien ausgewählt. Diese Bakterien tragen von Natur aus winzig kleine Magneten in sich, mit denen sie sich am Erdmagnetfeld ausrichten und sich an diesem orientieren können. Für ihre Versuche benutzten die Forscher das Bakterium MC-1, das etwa zehnmal so schnell schwimmen kann wie die meisten anderen und mit Hilfe seiner Flagellen bei Höchstgeschwindigkeit einen Zentimeter in etwa fünfzig Sekunden hinter sich bringt.

Mit einem Magnetresonanztomographenkönnten die Bakterien in einem Patienten in jede Richtung gesteuert werden. So könnten sie Medikamente zielgenau in ausgewählte Gewebe bringen, die nicht mehr als ein paar tausendstel Millimeter groß sind. Aus ihren bisherigen Untersuchungen an Ratten schließen die Wissenschaftler, dass die Bakterien nicht gesundheitsschädlich sind und sie auch nicht vom Körper angegriffen werden ? wichtige Voraussetzungen für den Einsatz. Die Bakterien sterben bisher nach etwa vierzig Minuten im Blut und werden dann vom Immunsystem entsorgt.

New Scientist, Onlinedienst ddp/wissenschaft.de ? Bele Boeddinghaus
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