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Schnell wachsendes Gehirn deutet auf Autismus hin

Viele autistische Kinder kommen mit einem kleinen Gehirn auf die Welt, das dann aber im ersten Jahr überstark anwächst, fanden amerikanische Forscher. Dieses Merkmal kann möglicherweise genutzt werden, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und ihr mit Therapien zu begegnen, berichten Eric Courchesne und seine Kollegen im Fachmagazin JAMA(Nr. 290, S. 337).

Das ungewöhnliche Hirnwachstum fanden die Forscher von der Universität in San Diego, als sie die Zunahme des Kopfumfangs von fast fünfzig autistischen Kindern untersuchten. Nach der Geburt lag der durchschnittliche Kopfumfang der Kleinen im Vergleich Kindern, die sich normal entwickelten, im unteren Drittel. Nach einem Jahr befand er sich dann jedoch im oberen Viertel.

Der Grund sei ein ungewöhnlich schnell anwachsendes Gehirn, schreiben die Forscher. Nach einem Jahr normalisiert sich das Wachstum wieder. Die dann erreichte Kopfgröße steht jedoch in direktem Zusammenhang mit der Schwere des später zutage tretenden Leidens.

Wahrscheinlich verhindert das starke Hirnwachstum im ersten Jahr eine normale Verarbeitung von Erfahrungen. Das Gehirn verschaltet sich daher auf eine ungewöhnliche Weise, weshalb die Betroffenen in ihrer psychischen Entwicklung von der Norm abweichen und sich nur schwer in die Gesellschaft einfinden.

Autismus, bei der Kinder eine eingeschränkte oder keine intime Beziehung zu Eltern, Bezugspersonen und Mitmenschen aufbauen können, gehört zu den häufigen neurologischen Erkrankungen von Heranwachsenden. Durchschnittlich eines von 160 Kindern ist davon betroffen. Meist wird die Störung erst erkannt, wenn das Kind schon mehrere Jahre alt ist und etwa nur zögerlich sprechen lernt. Je früher die Krankheit jedoch diagnostiziert wird und die betroffenen Kinder eine Verhaltenstherapie erhalten, um so besser sind ihre Aussichten auf ein normales Leben.

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ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek
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