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Umwelt+Natur

Schnelles Brüten schützt Eier vor Schädlingen

Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze können durch die Schale in frischgelegte Eier eindringen und den Küken schaden. Das ist möglicherweise mit ein Grund, weshalb viele Vögel schon mit dem Bebrüten ihrer Eier beginnen, obwohl das Gelege noch gar nicht komplett ist. Die Wärme aktiviert Substanzen, die den Embryo schützen, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B (Ausgabe vom 22. November).

Zwischen dem Legen des ersten und des letzten Eies eines Nests können bis zu zwei Wochen vergehen. Beginnen die Vogeleltern bereits mit dem Brüten, wenn noch nicht alle Eier gelegt sind, ist das für die Nachzügler ein großer Nachteil. Die Küken der zuletzt gelegten Eier schlüpfen viel später und sind ihren Geschwistern mitunter derart unterlegen, dass sie sterben.

Steven Beissinger von der Universität von Kalifornien in Berkeley und seine Kollegen legten mehr als 160 frischgelegte Hühnereier für drei, fünf oder sieben Tage in zwei Wälder Puerto Ricos. Zuvor hatten die Biologen die auf den Schalen vorhandenen Mikroorganismen geprüft. Anschließend untersuchten sie Eiweiß und Dotter der Eier auf Bakterien- und Pilzbefall. Je länger die Eier der Umwelt ungeschützt ausgesetzt waren, desto höher war die Infektionsrate, fanden die Forscher. Die Mikroben drangen überaus schnell durch die Poren der Schale ein und bedrängten den Embryo: Bereits nach einem Tag erreichten sie die innere Membran des Eies, nach drei Tagen das Eiweiß und nach fünf Tagen das Eigelb

Aus befallenen Eiern schlüpfen deutlich seltener Küken, fanden die Biologen in einem weiteren Versuch heraus. Doch wenn Vogeleltern mit dem Brüten beginnen und damit die Eier erwärmen, werden bei manchen Eiern bestimmte Enzyme aktiv, die eingedrungene Mikroorganismen bekämpfen. „Unsere Forschungen legen nahe, dass Vögel einen Kompromiss eingehen“, sagt Beissinger. „Sie fangen früh mit dem Brüten an, um die Lebensfähigkeit der Embryonen innerhalb des Eies zu erhalten ? selbst wenn sie damit Nachteile für den später schlüpfenden Nachwuchs riskieren.“

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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Ac|com|pa|gna|to  auch:  Ac|com|pag|na|to  〈[akmpanjato] n.; –s, –s od. –gna|ti; Mus.〉 mit ausgearbeiteter instrumentaler Begleitung versehenes Rezitativ; ... mehr

Na|tu|ra|li|sie|rung  〈f. 20〉 = Naturalisation

Ader|ge|flecht  〈n. 11; Med.〉 Geflecht aus Bindegewebe, Epithel u. Blutkörperchen in den Hirnkammern, in denen wahrscheinlich die Gehirn–Rückenmark–Flüssigkeit gebildet wird: Plexus chorioides

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