Schnellmerker leben länger - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Umwelt+Natur

Schnellmerker leben länger

knochenfisch.jpg
Seinen blitzartige Flucht rettet den Brandungsbarsch häufig vor Angriffen durch Feinde. Bild: NOAA, public domain
Auf Angriffe reagieren Brandungsbarsche der Art Cymatogaster aggregata besonders schnell. Das hängt offenbar mit ihrer besonderen Gehirnstruktur zusammen, hat ein italienisch-niederländisches Forschungsteam jetzt entdeckt: Wie auch der Mensch besitzen sie ein lateralisiertes Gehirn, verfügen also über eine linke und eine rechte Hirnhälfte. Dadurch wird die Informationsverarbeitung zwischen beiden Hälften aufgeteilt und somit effektiver. Bisher war zwar bekannt, dass Tiere mit einem lateralisierten Hirn über höhere kognitive Fähigkeiten verfügen als Kreaturen, die diese Gehirnstruktur nicht aufweisen. Die Versuche der Forscher belegen nun jedoch erstmals, dass sich auch Motorik und Reaktionsfähigkeit durch die Aufteilung der Informationsverarbeitung verbessern können.

Wie schnell Fische die Flucht ergreifen und damit ihr Leben retten können, hängt maßgeblich von ihrer Größe und Körperform ab. Zudem spielen auch äußere Faktoren eine Rolle, wie die Temperatur und der Sauerstoffgehalt des Gewässers. Die Forscher um Marco Dadda von der Universität Padua haben nun herausgefunden, dass bei Brandungsbarschen der Art Cymatogaster aggregata ein weiterer Faktor hinzukommt: Ihre lateralisierte Gehirnstruktur hilft ihnen, schneller auf eine drohende Gefahr zu reagieren und sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen.

Für die Untersuchung lösten die Wissenschaftler bei 40 Brandungsbarschen eine Fluchtreaktion aus, indem sie die Wasseroberfläche mit einem zylindrischen Gegenstand berührten. Mit Hilfe einer Hochgeschwindigkeitsvideokamera zeichneten sie die Flucht der Tiere auf und ermittelten anschließend die Reaktionszeit sowie die Fortbewegungs- und die Wendegeschwindigkeit der Fische. Außerdem kontrollierten die Forscher, ob die Tiere eher auf den vermeintlichen Angreifer zu oder von ihm wegschwammen.

In einem zweiten Experiment gaben Dadda und seine Kollegen die Fische in ein Labyrinth und beobachteten, ob sie sich häufiger nach rechts oder nach links wandten, denn eine deutliche Bevorzugung einer Richtung weist auf einen hohen Lateralisationsgrad hin. Anschließenden verglichen sie die Ergebnisse beider Versuchen: Die Fische, die das ausgeprägteste Lateralisationsverhalten zeigten, hatten auch die kürzesten Reaktionszeiten und die höchsten Fortbewegungs- und Wendegeschwindigkeiten.

Marco Dadda (Universität Padua, Italien) et al.: Biology Letters, Royal Society , doi: 10.1098/rsbl.2009.0904 ddp/wissenschaft.de ? Regula Brassel
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Moa  〈m. 6; Zool.〉 großer, flugunfähiger Straußenvogel, dessen letzte Vertreter von den Maori auf Neuseeland erst in geschichtlicher Zeit ausgerottet wurden: Dinornis [<Maori]

Aka|ro|lo|gie  〈f. 19; unz.〉 Gebiet der Zoologie, das sich mit der Untersuchung von Milben u. Zecken befasst [<spätgrch. akari ... mehr

Pris|ma  〈n.; –s, Pris|men〉 1 〈Math.〉 Körper, der von zwei kongruenten n–Ecken u. n–Rechtecken (gerades ~) od. Parallelogrammen (schiefes ~) begrenzt ist 2 〈Opt.〉 durchsichtiger, keilförmiger Körper, der zur Totalreflexion von Lichtstrahlen od. zu ihrer Zerlegung in Spektralfarben dient ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige