Lebensmittelverschwendung ist auch in Schulen ein Problem Schulessen: Ein Viertel landet in der Tonne - wissenschaft.de
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Lebensmittelverschwendung ist auch in Schulen ein Problem

Schulessen: Ein Viertel landet in der Tonne

Essenreste
Behälter mit Essensresten in einer Schulmensa (Foto: Verbraucherzentrale NRW)
Etwa ein Viertel der in Schulkantinen zubereiteten Speisen werden nicht gegessen, sondern landen im Müll. Das hat eine Stichprobe an elf Ganztagsschulen in Deutschland ergeben. Die Ergebnisse zeigen aber auch, wie man diese Lebensmittel-Verschwendung künftig verringern könnte.

An Ganztagsschulen gehört die Verpflegung der Schulkinder mit dazu. In der Mensa bekommen sie mittags ein warmes Essen, bei größeren Schulen meist eine ganze Auswahl an Speisen. Doch das, was in den Schulküchen zubereitet wird, landet leider nicht nur im Bauch der Schulkinder. Ein Teil bleibt auf Tellern oder in den Töpfen der Küche und Kantine zurück. Wie viel diese Reste ausmachen, haben nun Forscher des Projekts REFOWAS (REduce FOod WASte) untersucht.

Für ihre Stichprobe haben die Wissenschaftler das Schulessen in elf Ganztagsschulen in Deutschland näher unter die Lupe genommen. Sie untersuchten dafür, wie viele Lebensmittel eingekauft und verarbeitet wurden, aber auch, wie viele und welche Lebensmittelreste am Ende des Tages übrigblieben.

22 Kilo Abfall pro Schulkind

Das Ergebnis: Im Durchschnitt werden rund 25 Prozent des Schulessens nicht verzehrt, sondern landen im Abfall. Hochgerechnet auf alle deutschen Ganztagsschulen entspricht dies rund 29.000 Tonnen Lebensmittelabfällen pro Jahr – oder umgerechnet 22 Kilogramm pro Schulkind. Dies ist eine enorme Menge an Abfällen und obendrein auch teuer. Denn die Schulen und Mensabetreiber werfen damit knapp 58 Millionen Euro jährlich schlicht auf den Müll.

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Woran liegt das? Der Hauptgrund: Schulküchen und Caterer haben häufig gar keinen Überblick darüber, wie viele Lebensmittelabfälle anfallen. Denn es hapert an der Kommunikation, wie die Forscher erklären. Die Verantwortlichen bekommen keine Rückmeldung von den Mensabeschäftigten, was und wie viel tatsächlich täglich beim Servieren übrigbleibt oder in der Tonne für die Essenreste landet. Als Folge wird oft zu viel bestellt und produziert oder das Falsche.

Hauptproblem Kommunikation

Doch das muss nicht sein, wie die Forscher betonen. Durch Maßnahmen im Küchenprozess und das Engagement von Schulleitungen, Caterern, Schulküchen sowie Schülerinnen und Schülern können die Abfälle durchaus reduziert werden. Einige der untersuchten Schulen zeigen bereits, dass das funktioniert. Denn das Ausmaß der Lebensmittel-Verschwendung war selbst bei vergleichbaren Schulen sehr unterschiedlich, wie die Studie ergab.

Eine Lösung könnte sein, die Kommunikation zwischen den Mensabeschäftigten und der Schulleitung oder dem Caterer zu verbessern. Weiß man genauer darüber Bescheid, wie viel wo übrigbleibt, lassen sich auch die Produktionsmengen bedarfsgerechter kalkulieren. Sinnvoll kann es zudem sein, beispielsweise die Portionsgrößen zu überprüfen: Bleibt immer ein Rest auf den Tellern zurück, weil die Schulkinder schon nach der Hälfte satt sind?

„Wenn man Lebensmittelabfälle in der Schulverpflegung spürbar reduzieren will, muss man die einzelnen Akteure mit ins Boot holen und schulspezifische Maßnahmen entwickeln“, betont Frank Waskow von der Verbraucherzentrale NRW. Im Rahmen des Projekts REFOWAS wollen er und seine Kollegen konkrete Maßnahmen zur Abfallvermeidung im Küchenprozess entwickeln. Auch Aktionen gegen Tellerreste für die Schulkinder wollen die Forscher demnächst vor Ort erproben.

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

© natur.de – Nadja Podbregar
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