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Umwelt+Natur

Schwangere haben feine Nasen

Eine Schwangerschaft kann mehr Begleiterscheinungen haben als morgendliche Übelkeit oder Heißhunger auf Gurken mit Schlagsahne: Bei schwangeren Frauen verändert sich häufig auch der Geruchssinn. Sie empfinden in der ersten Zeit manche Gerüche anders und sind generell weit empfindlicher in der Geruchswahrnehmung. Das berichteten schwedische Forscher auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Neurowissenschaften in New Orleans.

Daniel Broman von der Universität Umeå und seine Kollegen befragten mehr als 120 Schwangere. Sie sendeten den Frauen zweimal während der Schwangerschaft und einmal nach der Entbindung einen Fragebogen zu, in dem sie unter anderem nach Geruchs- und Geschmacksempfindungen, nach Heißhungerattacken auf oder extremen Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel fragten.

Knapp siebzig Prozent der Befragten berichteten von ungewöhnlichen Geruchswahrnehmungen in der frühen Schwangerschaft. Diese Frauen entwickelten auch sehr häufig Abneigungen. Insgesamt beschrieben etwa sechzig Prozent, dass sie manche Speisen nicht mehr mochten. Jede dritte Teilnehmerin empfand alltägliche Gerüche als stärker, wie zum Beispiel Kaffee, Vanille, Zigarettenrauch oder Parfüm.

In Laborversuchen ergänzten die Wissenschaftler diese Ergebnisse. Bei 36 schwangeren und 36 nicht schwangeren Frauen testen sie Empfindlichkeit, Intensität und Abneigungen der Probandinnen bei mehr als dreißig gewöhnlichen Gerüchen. Auch im Experiment hatten die Schwangeren eine bessere Nase: Sie konnten einen Duft schon bei viel geringeren Konzentrationen wahrnehmen als nicht Schwangere. Sie empfanden einen Geruch außerdem häufiger als unangenehm und es wurde ihnen eher übel davon.

Dass sich bei Schwangeren Essensvorlieben und -abneigungen verändern, ist lange bekannt. Die Veränderungen könnten möglicherweise zu einer den Bedürfnissen der Schwangeren besser angepassten Ernährung führen, vermuten Experten. Die Untersuchungen von Broman und seinen Kollegen zeigen nun, dass die Unterschiede schon in der grundlegenden Wahrnehmung liegen und nicht erst in der bewussten Bewertung oder Interpretation von Gerüchen.

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ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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