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Schwangerschaft macht wählerisch

Schwangere haben einen empfindlicheren Blick für kränklich wirkende Gesichter als Frauen, die kein Kind erwarten. Das haben schottische Forscher bei Studien mit mehr als tausend Probandinnen beobachtet. Die Abneigung könnte ein natürlicher Schutzmechanismus sein, kranken Menschen während der Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, vermuten Ben Jones von der Universität in Aberdeen und seine Kollegen. Ihre Studie schildern die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2004.2942).

Jones und seine Kollegen führten eine Reihe von Tests durch, in denen sie untersuchten, wie attraktiv Frauen Gesichter bewerten. Dabei manipulierten die Forscher die präsentierten Bilder mithilfe eines Computerprogramms teilweise so, dass die Personen einen kranken Eindruck machten ? zum Beispiel durch Blässe. Schwangere bewerteten dabei kränklich aussehende Gesichter als deutlich unattraktiver als nicht schwangere Frauen. Ebenso erwiesen sich auch Frauen, die sich im fruchtbaren Abschnitt ihres Menstruationszyklus befanden, als besonders empfindlich für kränkliches Aussehen. Gleiches galt für Frauen, die mit der Pille verhüten.

Das legt nahe, dass die Abwehrreaktion auf hormonelle Ursachen zurückzuführen ist. Der Schutzmechanismus soll das Risiko minimieren, dass sich eine Frau beim Umgang mit anderen mit einer Krankheit ansteckt, die dem Ungeborenen schaden könnte, vermuten die Forscher. Das gleiche die in dieser Zeit geschwächte Immunabwehr aus.

ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff
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