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Schwarzen Hautkrebs sicher erkennen

Das Risiko einer Fehldiagnose bei schwarzem Hautkrebs könnte dank einer verbesserten Untersuchungsmethode künftig sinken. Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco kombinierten fünf verschiedene Biomarker, die als Anzeiger für die Erkrankung dienen. Dadurch erhöhten die Wissenschaftler die Trefferquote bei der Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Muttermalen auf über 90 Prozent. Der sogenannte schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist die aggressivste Form von Hautkrebs. Eine Heilung ist nur bei sehr frühzeitiger Erkennung und sofortiger Behandlung möglich.

Als Versuchsobjekte dienten 693 verdächtige Leberflecken, die Hautärzte bei Patienten entdeckt und herausgeschnitten hatten. Die Forscher versuchten nun, die Muttermale als gut- oder bösartig einzuordnen. Als Indikatoren dienten fünf Proteine, die bei Hautkrebs vermehrt produziert werden. Diese Biomarker testeten die Wissenschaftler in verschiedenen Kombinationen.

Die höchste Trefferquote erzielten Kashani-Sabet und seine Kollegen, als sie alle fünf Marker kombinierten: Selbst sogenannte dysplastische und Spitz-Muttermale, die sehr schwierig zu bestimmen sind, konnten sie in 95 Prozent der Fälle eindeutig zuordnen. Das gleiche galt für Leberflecken, die andere Ärzte zuvor fälschlicherweise als gut- oder bösartig ausgewiesen hatten.

Zufällig machten die Forscher noch eine weitere hilfreiche Entdeckung: Gut- und bösartige Muttermale unterscheiden sich offenbar nicht nur durch den Anteil an Marker-Proteinen, sondern auch durch deren Verteilung im Muttermal. Bei gutartigen Muttermalen befanden sich am Rand des Mals mehr Marker als in der Mitte. Bei malignen Melanomen hingegen wurden nicht nur wesentlich mehr Markerproteine produziert, sie waren auch gleichmäßig im Gewebe verteilt.

Die verbesserten Untersuchungsmethoden senken nach Ansicht der Forscher das Risiko von Fehldiagnosen. Das ermöglicht eine frühzeitige Behandlung von Patienten mit schwarzem Hautkrebs und steigert somit ihre Überlebenschancen. Auch alle anderen Patienten profitieren von der genaueren Diagnostik: Menschen, bei denen fälschlicherweise ein malignes Melanom festgestellt wurde, leben oft in ständiger Angst vor einem Rückfall.

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Mohammed Kashani-Sabet et al: „PNAS“ (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0901185106). ddp/wissenschaft.de ? Mascha Schacht
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