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Skorpione wehren Feinde mit schmerzhaftem Vorgift ab

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Skorpione produzieren ein äußerst schmerzhaftes, aber nicht tödliches Vorgift. Damit wehren die Tiere wenig gefährliche Feinde ab und lähmen Futterinsekten, schreiben amerikanische Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Vorabpublikation Nr. 7354). Das Vorgift ist möglicherweise der Grund, weshalb Stiche selbst von Skorpionarten, die tödliche Gifte produzieren, nur selten tödlich für Menschen sind.

Die Forscher um Bora Inceoglu von der Universität in Davis entdeckten das Vorgift wegen seiner Farbe: Sie fanden durchsichtige Tropfen am Stachel von Parabuthus transvaalicus, einem handgroßen, schwarzen Skorpion. Das tödliche Gift aber ist milchig weiß.

In der chemischen Analyse fand das Team in den durchsichtigen Tropfen, dem Vorgift, hohe Mengen an giftigen Salzen, jedoch weniger gefährliche Eiweiße als im Gift selbst. Eingespritzt in Tiere lähmte das Vorgift Insekten und löste bei Mäusen heftige Schmerzen aus. Darin sei es gar potenter als das milchige Gift, schreiben die Forscher. Nur dieses könne jedoch Tiere töten.

Das Vorgift sei vermutlich ein Trick, um wertvolle Eiweiße zu sparen, spekulieren die Forscher. Die giftige Salzlösung reiche schließlich, um kleine Beutetiere zu jagen und Feinde abzuwehren. Erst bei großer Gefahr greifen die Skorpione zum tödlichen Gift voller Eiweiße.

Das Vorgift könnte aber auch im Sexualleben von Skorpionen wichtig sein: Beim Kopulieren pieksen die Männchen ihre Angebetete mehrfach. Möglicherweise geben die Tiere dabei nur Tropfen des Vorgiftes ab, um die Muskulatur des Weibchens zu beeinflussen, schreiben die Forscher.

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ddp/bdw – Marcel Falk
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