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Spät sprechende Kinder denken verkehrt herum

Wenn Kinder ungewöhnlich spät sprechen lernen, denken sie möglicherweise falsch herum: Sie verarbeiten Gehörtes nicht wie üblich in der linken, sondern überwiegend in der rechten Gehirnhälfte. Das berichten amerikanische Radiologen in der Fachzeitschrift Radiology (Dezember-Ausgabe).

Nolan Altman und Bryron Bernal vom Kinderkrankenhaus in Miami untersuchten Kinder zwischen zwei und acht Jahren mit der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie, mit deren Hilfe die Aktivität verschiedener Gehirnareale sichtbar gemacht werden kann. Von den Kindern hatten 17 sehr spät sprechen gelernt, 35 zeigten kein ungewöhnliches Sprachverhalten.

Die Radiologen spielten den Kindern Aufnahmen der Stimme ihrer Mutter vor und bestimmten dabei die Gehirnaktivität ? mit überraschenden Ergebnissen: Während bei den unauffälligen Kindern wie bei mehr als neunzig Prozent der Bevölkerung die linke Gehirnhälfte die gehörte Sprache verarbeitete, zeigten die Gehirne der spätsprechenden Kinder mehr Aktivität auf der rechten Seite. Zudem fanden die Forscher bei den Kindern mit Sprachstörung, die vier Jahre oder älter waren, eine insgesamt geringere Gehirnaktivität als bei ihren Altersgenossen.

„Schwere Sprachstörungen können am besten verhindert werden, wenn die Kinder so früh wie möglich behandelt werden“, erklärt Altman. Wenn sich der Zusammenhang in weiteren Studien bestätige, biete die neue Methode eine sichere, nebenwirkungsfreie Möglichkeit, Sprachstörungen sehr früh zu erkennen. Dann könne sofort eine Sprachtherapie durchgeführt und auch der Erfolg anhand des Gehirnmusters überwacht werden.

ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel
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