Spaghetti um Mitternacht - Essen zu unüblichen Zeiten beeinflusst die "Innere Uhr" nicht - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Spaghetti um Mitternacht – Essen zu unüblichen Zeiten beeinflusst die "Innere Uhr" nicht

Die so genannte „Innere Uhr“, die das Zeitempfinden und die Abläufe der Körperfunktionen steuert, gerät durch unzeitgemäße Nahrungsaufnahme offenbar nicht aus dem Takt. Die Aktivität und Enzymausschüttung des Magens könne sich jedenfalls bei Mäusen von der zentralen „Leitstelle“ im Hirn unabhängig machen, berichten Schweizer Forscher. Dies bedeutet beispielsweise für Schichtarbeiter gute Nachrichten: Essen mitten in der Nacht mag zwar später auf den Magen drücken, doch bringt es den Zeitrhythmus des Gehirns nicht durcheinander.

Bekannt war bisher, dass der so genannte Zirkadianrhythmus den Schlaf- und Wach-Rhythmus sowie die Funktionen des Organismus vorwiegend nach den Hell- und Dunkel-Signalen richtet. Man nahm an, dass diese „zentrale Uhr“ auch die „Zeitgeber“ der peripheren Organe steuert wie etwa die Funktion des Verdauungstrakts und das Ausschütten von Verdauungsenzymen. „Falsch“, vermeldet das Team um Ueli Schibler von der Universität Genf im Fachblatt Genes & Development.

Das Team setzte Mäusen, die üblicherweise nachtaktiv sind, zu verschiedenen Zeiten Futter vor. Suggerierte ihnen die Umgebungshelligkeit einen typischen Tag-Nacht-Rhythmus und war das Futter rund um die Uhr zugänglich, so fraßen die Tiere beinahe alle Mahlzeiten während der Nacht. Bekamen sie beim selben Licht-Rhythmus nur tags das Futter, so verschob sich die Ausschüttung von Verdauungsenzymen komplett auf den Tag. Die Ausdrucksmuster der zentralen Uhr im Hirn veränderte sich jedoch nicht. „Offenbar können die peripheren Uhren der Organe unabhängig vom zentralen Zeitgeber agieren“, schlossen die Forscher.

Dörte Saße
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