Spannungsgeladene Kommunikation - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Spannungsgeladene Kommunikation

Nachtaktive Fische im afrikanischen Malawisee senden schwach elektrische Signale aus, um auf der Beutejagd im Schwarm zusammenzubleiben. US-Forscher konnten über Videoaufnahmen nachweisen, dass die Tiere in der Gruppe ihre Stromausstöße synchronisieren. Dies scheint als eine Art Signal zum Zusammenhalten zu dienen. Tatsächlich setzten sich die Fischschwärme teils über Wochen hinweg aus nahezu denselben Tieren zusammen.

In tropischen Gewässern gibt es eine Vielzahl so genannter elektrischer Fische, die mithilfe eines elektrischen Organs schwache elektrische Felder erzeugen können. Vergleichen lässt sich diese Fähigkeit mit der Echolot-Orientierung der Fledermäuse: In beiden Fällen werden Signale ausgesandt und nach dem Abprallen etwa an einem Hindernis wieder aufgefangen und beispielsweise zur Orientierung verwendet. Ihr sechster Sinn hilft den Tieren zudem, Beute zu orten und sich miteinander zu verständigen.

Matthew Arnegard und Bruce Carlson ist es nun gelungen, am Malawisee in Ostafrika Fische aus der Familie der Mormyriden auf ihrer nächtlichen Jagd nach Buntbarschen zu filmen und ihre elektrischen Entladungen aufzunehmen. Der Fisch namens Mormyrops anguilloides nutzt sein elektrisches Signal und dessen verzerrtes Echo, um seine Beute zu sondieren und die Größe von Objekten abzuschätzen.

Außerdem beobachteten die Forscher eine sehr präzise Synchronisation der Signale innerhalb des Schwarms. Sie vermuten, dass die Tiere auf diese Weise innerhalb der Gruppe kommunizieren und den Schwarm zusammenhalten ? ähnlich Säugetieren, die im Rudel jagen. Weitere Studien sollen zeigen, ob die Mormyrops-Schwärme auch über einen längeren Zeitraum zusammenbleiben, und ob andere Fische wie Piranhas ebenfalls ein derartiges Sozialverhalten an den Tag legen.

Matthew Arnegard ( Cornell-Universität, Ithaca) und Bruce Carlson ( University of Virginia, Charlottesville): Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1098/rspb.2005.3101

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ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann
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