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Sport heizt ein

Gut trainierte Ausdauersportler haben im Vergleich zu „Couch Potatoes“ auch in Ruhe erhöhte Stoffwechselraten in den Muskeln. Das haben US-Forscher herausgefunden, als sie bei jungen Langstreckenläufern und bei eher trägen Gleichaltrigen die chemische Aktivität in den Muskeln bestimmten. Die Verbrennung von Nährstoffen in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, war bei den Läufern um 54 Prozent höher, ergaben die Messungen. Dies lege nahe, dass gut trainierte Sportler im Ruhezustand mehr Nahrung in Wärme umsetzen, schreiben die Wissenschaftler um Douglas Befroy von der Yale-Universität in New Haven.

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie sieben Ausdauersportler, die mehr als vier Stunden wöchentlich trainierten, und acht untrainierte Freiwillige mit ähnlicher Statur und Größe. Zum Einsatz kam bei den Messungen ein Magnetresonanztomograph, mit dem die Wissenschaftler den Umsatz in bestimmten Stoffwechselreaktionen ganz gezielt aufzeichnen konnten. So maßen sie in der Wade der Probanden den Umsatz im sogenannten Citratzyklus und die Rate, mit dem das Molekül Adenosintriphosphat (ATP) produziert wurde. Der Citratzyklus ist eine der zentralen Stoffwechselreaktionen im Körper: Organische Produkte wie Fette oder Zucker werden dabei über Verbrennungsreaktionen in für den Energiebedarf des Organismus nutzbare Produkte umgesetzt. Das Molekül ATP hingegen ist der eigentliche Brennstoff, mit dem die Zelle ihren Energiebedarf deckt.

Bei den Sportlern war der Umsatz im Citratzyklus im Vergleich zu den „Couch Potatoes“ deutlich erhöht, ergaben die Messungen. Dagegen war die Rate der ATP-Produktion bei beiden Gruppen gleich. Das deute darauf hin, dass sich bei intensivem Training die Verbrennung von Nährstoffen von der Produktion des eigentlichen Energieträgers ATP entkopple, erklären die Forscher. Sportler setzten daher wohl mehr Energie direkt in Wärme um als Nichtsportler. Diese Trennung von Verbrennung von Fett und Energieproduktion liefere auch eine weitere Erklärung dafür, warum Sport einer Unempfindlichkeit gegen Insulin und damit Diabetes entgegenwirken kann.

Douglas Befroy (Yale-Universität, New Haven) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0808889105 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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