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Sprachverarbeitung im Gehirn ändert sich bei Frauen mit dem Menstruationszyklus

Frauen nutzen zu bestimmten Zeiten ihres Menstruations-Zyklus bei der Spracherkennung ihre beiden Hirnhälften mit unterschiedlicher Gewichtung. Ihre sprachlichen Fähigkeiten insgesamt bleiben davon jedoch unbeeinflusst. Das berichten Hirnforscher der Universitäten Köln und Bonn im „Journal of Neuroscience“ (Band 23 (9), S.3790).

Welche Bedeutung ein Wort hat, erkennen Menschen normalerweise „mit links“: Im linken Schläfenlappen des Gehirns sitzt das so genannte Wernicke-Areal, zuständig für das Sprachverständnis. Rechts gibt es die gleiche anatomische Region noch einmal. Sie wird jedoch normalerweise nicht für das Sprachverständnis genutzt ? so zumindest die gängige Lehrmeinung.

Diese Auffassung gilt jedoch für Frauen nicht generell, wie die Wissenschaftler um Guillén Fernández von der Bonner Klinik für Epileptologie herausfanden. Die Hirnforscher untersuchten zwölf gesunde Frauen von 22 bis 34 Jahren mittels funktioneller Kernspintomographie. Mit diesem Verfahren lassen sich Durchblutungsänderungen im Gehirn sichtbar machen.

Während der Menstruation sind die Steroidhormon-Spiegel besonders niedrig, während in der so genannten midlutealen Phase einige Tage nach dem Eisprung die Konzentration der Steroidhormone Progesteron und Östrogen ein Maximum annimmt. Während der Menstruation nutzten die Probandinnen hauptsächlich das linke Wernicke-Areal; in der midlutealen Phase waren dagegen die entsprechenden Areale sowohl des linken als auch des rechten Schläfenlappens aktiv, fasst Fernández die Ergebnisse zusammen.

Die Teilnehmerinnen mussten für die Studie bei 180 Substantiv-Paaren jeweils innerhalb von vier Sekunden entscheiden, ob es sich um Synonyme handelte oder nicht. 90 dieser Paare waren identisch, die anderen 90 unterschieden sich jeweils durch einen Buchstaben.

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Hirnregionen, die an der Wahrnehmung von bedeutungslosen Buchstabenfolgen beteiligt sind, blieben von den Hormonschwankungen unbeeinflusst. Einen Zusammenhang zwischen den sprachlichen Fähigkeiten ihrer Probandinnen und der Zyklusphase beobachteten die Wissenschaftler übrigens nicht: Die Trefferquote der zwölf Frauen lag bei beiden Aufgaben unabhängig vom Hormonlevel immer bei 95 Prozent.

idw
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