Stammzellen helfen Mäusen auf die Beine - wissenschaft.de
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Stammzellen helfen Mäusen auf die Beine

Stammzellen aus Blutgefäßen können möglicherweise zerstörte Muskelzellen in Patienten mit Muskeldystrophien regenerieren. Das haben italienische Wissenschaftler bei einer Studie in Mäusen entdeckt. Über ihre Ergebnisse berichten Giulio Cossu und seine Kollegen von der Universität Mailand im Fachmagazin Science (Ausgabe vom 11. Juli).

Muskeldystrophien sind erbliche Krankheiten, die zu einem fortschreitenden Schwund des Muskelgewebes führen. Bis heute sind sie nicht heilbar. Obwohl die genetischen Ursachen einiger Formen bekannt sind, scheiterten bisherige Therapieversuche hauptsächlich an der Schwierigkeit, alle Muskeln des Körpers gleichmäßig mit therapeutischen Zellen oder Genen zu versorgen.

Die neu entdeckten Stammzellen, Mesoangioblasten genannt, können aus dem Blutstrom ins Muskelgewebe wandern und scheinen dort eine neue Identität annehmen zu können. Cosso und seine Kollegen entnahmen Mäusen mit Muskeldystrophien diese Stammzellen, korrigierten ihre genetische Information und spritzten sie wieder in den Blutkreislauf ein. Die Zellen verteilten sich daraufhin im Muskelgewebe und bauten neue, gesunde Muskelfasern auf. Einige der behandelten Mäuse waren sogar wieder im Stande, im Laufrad zu laufen.

Diese Art der Therapie bietet mehrere Vorteile: Sie ist extrem leicht zu handhaben und wird von den Patienten sehr gut vertragen, da nur eigene Zellen verwendet werden und das Immunsystem sie nicht abstößt. Ob solch eine Therapie aber auch für den Menschen vorstellbar ist, bleibe abzuwarten, da noch einige Schlüsselfragen geklärt werden müssten, so die Wissenschaftler. Obwohl ihnen die vollständige Heilung der Mäuse noch nicht gelungen ist, stufen sie die bisher erhaltenen Ergebnisse als wichtigen Schritt einer erfolgreichen Therapie ein.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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