Sterblichkeit bei HIV drastisch gesunken - wissenschaft.de
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Sterblichkeit bei HIV drastisch gesunken

Die Sterblichkeitsrate von HIV-Patienten in den Industrieländern innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Infektion ist nicht wesentlich höher als bei Nichtinfizierten. Verantwortlich dafür ist die heute eingesetzte sogenannte Hochaktive Antiretrovirale Therapie, abgekürzt HAART. Erst über viele Jahre hinweg betrachtet ist die Sterblichkeit höher als bei gesunden Menschen, haben Krishnan Bhaskaran vom „Clinical Trials Unit“-Forschungsinstitut in London in einer Analyse mit Daten aus zehn europäischen Ländern, Australien und Kanada herausgefunden.

Seit der Einführung von HAART ab 1996 ist die Sterblichkeitsrate in den ersten fünf Jahren nach der Infektion um 94 Prozent zurückgegangen, fanden die Wissenschaftler in ihrer Studie mit 16.534 HIV-Patienten heraus. Damit liegt bei HIV-Patienten in den ersten fünf Jahren die Sterblichkeit kaum höher als bei Nichtinfizierten. Selbst zehn Jahre nach der Infektion liegt dieser Wert zumindest bei jungen Patienten mit einem Alter zwischen 15 bis 24 Jahren lediglich um 4,8 Prozent höher als bei Gleitaltrigen ohne die Infektionskrankheit.

Bei der HAART werden verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, weshalb sie auch häufig nur als Kombitherapie bezeichnet wird. Zum Einsatz kommen dabei Substanzen, die die Vermehrung des Erbguts der Viren unterdrücken. Eine zweite Gruppe von Medikamenten hält durch Hemmung von Virusenzymen ebenfalls die Vermehrung der Viren auf. Durch die Kombination der verschiedenen Wirkstoffe kann die Konzentration der Viren so weit gesenkt werden, dass die durch die HIV-Infektion ausgelöste Immunkrankheit Aids nicht ausbricht. Eine völlige Heilung ist durch diese Therapie jedoch nicht möglich. Solche Studien seien wichtig, um die Effektivität von Behandlungen und zukünftige Auswirkungen der HIV-Infektionen auf das Gesundheitswesen zu bewerten, erklären die Forscher.

Krishnan Bhaskaran (Clinical Trials Unit-Forschungsinstitut in London) et al.: JAMA, Bd. 300, S. 51 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek
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