Stolzer Instinkt - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesellschaft+Psychologie Umwelt+Natur

Stolzer Instinkt

Stolz ist ebenso wie Ärger oder Freude ein grundlegendes Gefühl, das durch eindeutig erkennbare Gesten ausgedrückt wird. Diese spontanen Gebärden werden in allen menschlichen Kulturen gemacht und erkannt, konnten Psychologen in mehreren Studien zeigen. Neben Furcht, Traurigkeit, Überraschtheit, Ekel, Ärger und Freude gehört der Stolz somit zu den grundsätzlichen menschlichen Gemütsbewegungen, die angeboren und nicht anerzogen sind.

Überall auf der Welt werden ein leichtes Lächeln, eine gestreckte Körperhaltung mit einem leicht erhobenen Kopf, die Hände an die Hüften gelegt oder als Faust geballt über den Kopf gestreckt als untrügliches Zeichen für den Stolz erkannt. In einem Vergleich mehrerer Studien sowie mit eigenen Experimenten zeigten die Forscher, dass diese Gesten von vierjährigen Kindern und Erwachsenen verschiedener Kulturkreise eindeutig von anderen, ähnlichen Gesten, wie beispielsweise für Freude, unterschieden werden konnten. Diese Gebärden sind nicht über einen Austausch zwischen den Kulturen verbreitet worden: Mitglieder eines isoliert lebenden Stammes in Burkino Faso in Westafrika erkannten die Gesten ebenfalls als Anzeichen für Stolz.

Stolz funktioniert möglicherweise als Übermittler des aktuellen Status und des Grades der Annerkennung einer Person innerhalb ihrer Gesellschaft. Dabei dürfte der Stolz auch für die Selbstachtung eine große Rolle spielen. Menschen, die Erfolg hatten, sind stolz auf sich. Haben sie dieses Gefühl im Laufe der Zeit öfter, steigert dies die Entwicklung der eigenen Selbstachtung.

In zukünftigen Studien soll untersucht werden, wie stark der Ausdruck des Stolzes in Alltags-Situationen ist, die nur schwach gefühlsbetont sind oder in denen Stolz als unangemessen empfunden wird. Ebenso interessiert die Forscher, wie sich der Ausdruck des Stolzes ändert, wenn man alleine oder in Gesellschaft ist.

Jessica Tracy (Universität von British Columbia, Kanada) und Richard Robins (Universität von Kalifornien, Davis): Current Directions in Psychological Science, Bd. 16, Nr.3, S. 147 ddp/wissenschaft.de ? Tobias Becker
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Hin|ter|hirn  〈n. 11; Anat.〉 hintenliegender Teil des Hirns: Metencephalon

Me|so|phyt  〈m. 16; Bot.〉 mäßig feuchte Standorte bevorzugende Pflanze [<grch. mesos ... mehr

Dipl.–Math.  〈Abk. für〉 Diplommathematiker

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige