Stress erhöht Anfälligkeit für Infektionen - wissenschaft.de
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Stress erhöht Anfälligkeit für Infektionen

Menschen, die sich selbst als nervös und gestresst bezeichnen, haben im Vergleich zu ihren gelasseneren Mitmenschen eine schwächere Immunreaktion bei der Abwehr von Infektionserregern. Dies haben Anna Marsland und ihr Team von der University of Pittsburgh herausgefunden, als sie die Abwehrreaktionen von Studenten auf eine Hepatitis B- Impfung testeten.

Laut ihrem Bericht in der Zeitschrift Health Psychology, hatten die Forscher einen Impfstoff, der die Bildung von Antikörpern gegen Hepatitis-Viren auslöst, dreimal in größeren Abständen injiziert. „Diese Impfung diente uns als Modell für die Aktivierung des Immunsystems, wie sie auch bei einer Infektion ablaufen würde“, erklärt Marsland. Eine psychologische Befragung gab Auskunft über die Mentalität der Testpersonen. 15 Prozent der Probanden erwiesen sich als überdurchschnittlich nervös oder gestresst. Außerdem wurden in einer Stresssituation – dem freie Reden vor einer Videokamera – die körperlichen Reaktionen wie Puls und Blutdruck gemessen.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Bei den „Managertypen“ reagierte das Immunsystem am schlechtesten auf die Impfung, während die „Gemütsmenschen“ am stärksten ansprachen und hohe Antikörpermengen zeigten. „Wir konnten erstmals anhand einer messbaren Größe für die Immunität im Körper zeigen, dass es eine Verbindung zwischen Stress oder Stressanfälligkeit und dem Immunsystem gibt“, so Marsland. Bisher hatten lediglich Versuche mit Zellkulturen auf einen solchen Zusammenhang hingewiesen. Laut Marsland gibt viele verschiedene Faktoren, die das Immunsystem beeinflussen. Zwei davon seien die Mentalität und die Stärke der körperlichen Stressreaktionen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung beziehen sich jedoch nicht auf den letztendlich erzielten Impfschutz – nach Abschluss des mehrmonatigen Impfprogramms. Denn die Messungen der Antikörperproduktion erfolgten fünf Monate nach der ersten Impfdosis, kurz nach der zweiten Injektion.(Health Psychology Vol. 20, S. 4-11)

Joachim Czichos

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