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Studie belegt Verbindung zwischen Mißbrauch im Kindesalter und Drogensucht

Wiederholter sexueller Mißbrauch im Kindesalter verursacht physische Veränderungen im Kleinhirn, die erklären könnten, warum mißbrauchte Kinder häufig später im Leben illegale Drogen nehmen. Die am McLean Hospital in Belmont durchgeführte Studie haben die amerikanischen Forscher in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift „Psychoneuroendocrinology“ veröffentlicht (Vol. 27, S. 231).

Die Wissenschaftler um Carl Anderson setzten Funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie ( fMRI) ein, um sich die Gehirne von 32 Erwachsenen zwischen 18 und 22 Jahren anzuschauen. Die Hälfte der Probanden wurde als Kinder mißbraucht. Dabei fanden die Forscher eine Veränderung im wurmförmigen Teil des Kleinhirns, dem so genannten Vermis cerebelli.

Bei den mißbrauchten Kindern hatten sich der Blutfluß sowie einige Funktionen in diesem Teil des Kleinhirns verändert. Im Vermis cerebelli ist das Gehirn für derartige Veränderungen besonders empfindlich, da dieser Teil sich langsam entwickelt und außerdem leicht durch Stresshormone angreifbar ist. „Dieser Teil des Gehirnes ist in die Koordination emotionalen Verhaltens involviert, wird aber durch Alkohol, Kokain und andere Drogen stark beeinflusst. Wahrscheinlich wird hier Dopamin, ein Neurotransmitter für Suchtverhalten, reguliert“, so Anderson.

Die Ergebnisse einer zweiten in der Fachzeitschrift Drug and Alcohol Dependence veröffentlichten Studie gehen in dieselbe Richtung: Wissenschaftler von der Universität Buffalo in New York fanden heraus, dass so genannte posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD), die etwa nach physischer Gewalt oder sexuellen Angriffen auftreten können, das Verlangen nach Drogen bei Abhängigen verstärken kann.

Nicole Waschke
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