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Studie: Wolframgeschosse sind krebserregend

Amerikanische Wissenschaftler warnen: Wolframprojektile, die als Ersatz für die umstrittenen Urangeschosse eingesetzt werden, können aggressive Tumoren auslösen. John Kalinich und sein Team vom Radiobiologischen Forschungsinstitut des amerikanischen Militärs in Bethesda haben bei Versuchen an Ratten eine stark krebserregende Wirkung von Legierungen mit dem Schwermetall beobachtet und berichten darüber im Fachmagazin Environmental Health Perspectives (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1289/ehp.7791).

Kalinich und seine Kollegen implantierten 92 Ratten ein mal zwei Millimeter große Wolframstücke in die Muskelschicht der Hinterbeine. Damit simulierten sie eine Verletzung, wie sie Soldaten oder Zivilpersonen erleiden können, die von Splittern eines solchen Projektils getroffen werden. Alle Ratten bildeten innerhalb weniger Monate aggressive Tumoren rund um die Metallsplitter aus. In der Folge bildeten sich lebensbedrohliche Metastasen in der Lunge, beobachteten die Wissenschaftler. Je höher die Dosis an implantiertem Wolfram war, desto schneller bildete sich der Tumor. Die Ratten der Kontrollgruppe, denen die Forscher das Metall Tantal implantierten, blieben dagegen gesund.

Urangefüllte Projektile wurden im Golfkrieg von 1990/1991 und im Kosovo- und Afghanistankrieg als panzerbrechende Munition eingesetzt. Aufgrund der enormen Dichte des Schwermetalls kann Uranmunition meterdicke Stahl- und Betonwände durchdringen. Wenn die Projektile auf ein hartes Ziel treffen, zerstäuben die Geschosse und verteilen sich als Uranstaub in der Luft. Das Einatmen dieses Aerosols kann eine Reihe von Krankheiten auslösen. Aufgrund dieser Gefahr für Soldaten und die Zivilbevölkerung gehen immer mehr Länder dazu über, die Urangeschosse durch Projektile aus teureren und etwas weniger durchschlagskräftige Wolframlegierungen zu ersetzen.

ddp/wissenschaft.de ? Birgit Buchroithner
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