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Umwelt+Natur

Süße Boten

Ein Süßstoff hat Wissenschaftlern verraten, wohin das Abwasser in der Schweiz fließt. Sie beobachteten wie der Süßstoff Acesulfam Klärwerke unbeschadet durchwandert und sich mit dem Wasser verteilt. Die Forscher konnten dadurch nachverfolgen, wohin das Wasser in der Umwelt fließt: Wo sie den Süßstoff nachweisen konnten, war auch das Abwasser geflossen oder versickert. Dabei stellten Ignaz Buerge und seine Kollegen von der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil auch fest, dass zehn bis zwanzig Prozent des Grundwassers in der Schweiz aus geklärtem Abwasser bestand.

Wissenschaftler benutzen sogenannte Marker oder auch Tracer in der Wasserwirtschaft, um zum Beispiel Lecks in Leitungen zu finden. Ein häufig benutzter Markierstoff ist Koffein, das nach dem Kaffeegenuss vom Menschen ausgeschieden wird und dann von den Forschern im Abwasser aufgespürt werden kann. Finden die Forscher Koffein in Wasser, das eigentlich sauber sein sollte, so ist vermutlich Abwasser aus einem Leck hineingelangt. Da Koffein in der Kläranlage jedoch abgebaut wird, eignet es sich nicht um den Weg des geklärten Wassers zu verfolgen ? anders als Acesulfam. Auch der Süßstoff wird vom Menschen unverändert ausgeschieden und gelangt ins Abwasser.

Die schweizer Wissenschaftler beobachteten, dass der Süßstoff Acesulfam auch im Klärwerk nicht zersetzt wird. Das geklärte Wasser nimmt den Süßstoff mit, wohin es fließt. Die Forscher konnten seinen genauen Weg nachverfolgen, indem sie das Acesulfam aufspürten. Sie untersuchten zehn Kläranalgen, vier Flüsse, neun Seen und einhundert Grundwasserproben. Rund zehn bis zwanzig Prozent des Grundwassers besteht aus geklärtem Abwasser, stellten sie fest. Für die Gesundheit besteht keinerlei Gefahr, da das Wasser in der Kläranlage gesäubert wurde, beruhigen die Forscher.

Acesulfam schmeckt ähnlich wie Zucker und ist hitzebeständig, weswegen er zum Backen und Kochen verwendet werden kann. In Deutschland wird der Süßstoff unter dem Markennamen Sunett verkauft und ist gemeinsam mit Aspartam in vielen Getränken enthalten. Auch in Zahnpasta wird er verwendet, da er keine Karies verursacht.

Ignaz Buerge (Forschungsanstalt Agroscope, Wädenswil) et al.: Environmental Science and Technology, doi: 10.1021/es900126x ddp/wissenschaft.de ? Bele Boeddinghaus
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