Summende Super-Nasen - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Summende Super-Nasen

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Eine Brackwespe der Art Microplitis croceipes, wie sie im Wespen-Detektor eingesetzt wird. Bild Michael Bernstein.
Speziell trainierte Wespen sollen künftig Pilzbefall von Getreide, Krebs beim Menschen, Sprengstoffe und selbst Kadaver ausfindig machen. Das hoffen Wissenschaftler um Glen Rains von der University von Georgia in Tifton (USA) nach Versuchen mit Brackwespen der Art Microplitis croceipes. Die winzigen Wespen haben eine ausgesprochen feine Nase und lassen sich innerhalb von fünf Minuten auf einen bestimmten Geruch trainieren.

Der von den Forschern entwickelte Wespen-Detektor ist so groß wie eine Tasse. Eine winzige Kamera beobachtet fünf trainierte Wespen in einer belüfteten Kassette und leitet die Bilder an einen Computer weiter, der Alarm schlägt, wenn die Tiere sich auffällig verhalten.

Die Wissenschaftler trainierten die Wespen zunächst mithilfe von Futteranreizen auf den Geruchsstoff eines giftigen Pilzes, der Mais- und Erdnusspflanzen befällt. Dann schlossen sie die Tiere in der Kassette ein und setzten ihnen dreimal Futtermais vor: einmal nur den Mais, einmal Mais mit Pilz, und einmal Mais mit einer Chemikalie, die für die Wespen uninteressant war. Tatsächlich reagierten die Wespen auf den Mais mit Pilzbefall, indem sie sich zur Quelle des Geruchs und um das Belüftungsloch drängten, während sie auf die anderen Maisangebote nicht oder schwächer reagierten. Dies auffällige Verhalten kann in ein Alarmsignal übersetzt werden, sagen die Forscher.

Insekten sind billiger als Spürhunde und lassen sich in großen Mengen züchten. Diese Überlegung hat bereits dazu geführt, dass Honigbienen auf die Suche nach Landminen trainiert wurden. Auch Ratten, Fische und sogar Hefen wurden als Geruchsdetektoren für Sprengstoffe und Gifte getestet. Für die feinen Nasen der Wespen sehen die Forscher weitere Anwendungen: Sie könnten außer dem Pilzbefall auch Sprengstoffe, Krebs und Magengeschwüre beim Menschen und eventuell Kadaver ausfindig machen, hoffen die Forscher. Es ist den Wissenschaftlern bereits gelungen, Wespen auf die Sprengstoffchemikalie DNT zu trainieren. Die Wissenschaftler schätzen, dass ihr Wespen-Detektor in fünf bis zehn Jahren markttauglich sein könnte.

Mitteilung der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft in Columbus ddp/wissenschaft.de ? Christina Schallenberg
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