Tausende von Meeresschildkröten sterben jedes Jahr vor Indiens Küste - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Tausende von Meeresschildkröten sterben jedes Jahr vor Indiens Küste

Indiens Meeresschildkröten erleiden immer öfter ein grausiges Schicksal. Auf den ersten Blick scheinen die urtümlichen Tiere in friedlicher Eintracht mit der Natur zu leben – sie liegen am goldenen Strand des Bundesstaates Orissa und lassen sich sanft von den Wellen umspülen. Doch bei genauerem Hinsehen wird schnell deutlich, dass viele von ihnen aufgeschlitzte Körper haben. Schuld daran sind vor allem Fischerboote, deren Schrauben für die Tiere immer öfter zu Schlachtmessern werden. Auch in der Legezeit geraten viele der Tiere zu dicht in die Nähe der Fischkutter oder verfangen sich in deren Netzen.

Nur an wenigen Orten auf der Welt kommt es während der Nistzeit zu regelrechten Massenaufläufen von Schildkröten, die ihre Eier im warmen Strandsand verscharren wollen. Orissa ist einer der weltweit bedeutsamsten dieser Orte, an denen die Tiere zu Tausenden eintreffen. Im letzten Jahr waren es um die 720.000 Exemplare, die Millionen von Eiern legten. Jedoch werden immer mehr von ihnen tot an den Strand gespült. Dabei sind die Fischerboote nicht deren einzige Bedrohung. Die ständig steigende Umweltbelastung gefährdet den Bestand ebenso wie die skrupellose Wilderei. Meeresschildkröten und deren Eier sind als Delikatesse begehrt.

Umweltschützer befürchten nun, dass mit dem in diesem Jahr zu erwartenden Ansturm der Schildkröten auf den Strand von Orissa auch die Zahl der getöteten Tiere drastisch zunehmen wird. Allein während der letzten Brutsaison fanden hier schätzungsweise 20.000 Schildkröten den Tod. Für die letzten 3 Jahre schätzen die Umweltschützer die Zahl der Opfer auf etwa 50.000. „Orissa ist der größte Nistplatz dieser Reptilien – zugleich jedoch auch deren größter Friedhof“, sagt Belinda Wright von der Wildlife Protection Society in Indien.

Olaf Elicki
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