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Teamwork fürs Antlitz

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Beim Anblick des berühmten "Gemüsegesichts" von Arcimbaldo arbeiten bei Makaken sechs zusammenhängende Hirnregionen an der Gesichtserkennung.
Bei der Erkennung von Gesichtern arbeitet das Gehirn mit sechs verschiedenen Bereichen gleichzeitig, die eng miteinander verknüpft sind. Das hat eine Forschergruppe in Bremen bei Makaken gezeigt. Damit ist der für die Gesichtserkennung benötigte Bereich im Gehirn zumindest bei den Affen viel größer und komplexer als bisher angenommen.

Beim Vorgang der Gesichtserkennung gelangen Informationen vom Auge in den hinteren Bereich des Gehirns, wo sich der Visuelle Cortex befindet, der für die optische Wahrnehmung verantwortlich ist. Von hier aus gelangen die Informationen zum Temporallappen, der großen Hirnregion, in der sich wichtige Strukturen für das Gedächtnis befinden. Innerhalb dieser Region befinden sich bei Makaken sechs Bereiche, die für die Gesichtserkennung zuständig sind.

In ihrem Experiment regten die Bremer Wissenschaftler einzelne dieser Bereiche in den Gehirnen der Affen durch elektrische Stimulation an. Gleichzeitig zeigten sie den Tieren auf einem Computerbildschirm Gesichter und machten die Hirnaktivität in den einzelnen Bereichen mit der funktionellen Magnetresonanztomographie sichtbar. Die Reizung eines der Bereiche aktivierte alle anderen ebenfalls, zeigten die Ergebnisse. Stimulierten die Forscher Hirnareale außerhalb dieser für die Gesichtserkennung verantwortlichen Areale, führte dies nicht zur einer Aktivierung.

Diese sechs Hirnregionen sind stark vernetzt und stehen miteinander in enger, hierarchischer Wechselwirkung, vermuten die Forscher daher. Durch die Zusammenarbeit dieser Bereiche im Gehirn der Makaken in einem großen Schaltkreis werden Gesichtsformen verarbeitet, wodurch die Affen Artgenossen voneinander unterscheiden können. Da die Gehirnstruktur der Makaken der des Menschen sehr ähnlich ist, ermöglichen die Ergebnisse auch ein besseres Verständnis für die Funktionsweise der Gesichtserkennung beim Menschen.

Sebastian Möller (Universität in Bremen) et al.: Science, Band 320, S.1355 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek
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