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Umwelt+Natur

Technologie zur Pferdezüchtung verbreitete sich rasant über Eurasien

Seit etwa 6.000 Jahren halten sich Menschen zum Warentransport und für die Kriegsführung Pferde. In kürzester Zeit verbreitete sich die Pferdehaltung über ganz Eurasien. Wie dies geschah, war lange umstritten: Wurden die Pferde nur an wenigen Orten gefangen und dann als zahme Tiere weiterverkauft? Oder verbreitete sich einfach die „Technologie“ der Pferdezähmung? Jetzt haben schwedische und amerikanische Wissenschaftler mit Genanalysen gezeigt, dass die zweite Hypothese zutrifft.

Das Erbgut heutiger Pferderassen sei so vielfältig, dass die Zähmung des Pferdes kein einmaliges Ereignis gewesen sein könne, berichten die Forscher um Carles Vilà von der schwedischen Uppsala Universität in der Fachzeitschrift Science. Ihre Genanalysen deuten darauf hin, dass sich einige der gezähmten Rassen schon vor mindestens 100.000 Jahren trennten, also weit früher als Menschen mit der Pferdehaltung begannen.

Demnach hat sich die Pferdehaltung nicht durch Export gezüchteter Tiere über Eurasien verbreitet, sondern durch einen „steinzeitlichen Technologietransfer“: Die Fertigkeit, Pferde zu fangen, zu zähmen und zu halten lernten die Menschen in kurzer Zeit voneinander. Erst als die Wildpferdbestände immer knapper wurden, züchteten die Eurasier die gezähmten Pferde weiter.

Hunde, Rinder, Schafe und Ziegen wurden dagegen nur an wenigen Orten domestiziert und breiteten sich von dort durch Handel aus. (Science 291, S. 474)

ddp, Ute Kehse

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