Tod eines Kindes erhöht die Sterblichkeitsrate der Eltern - wissenschaft.de
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Tod eines Kindes erhöht die Sterblichkeitsrate der Eltern

Eltern, die ein Kind verloren haben, sterben häufig früher. Mütter sind dabei eher gefährdet als Väter, berichten dänische Forscher im Fachblatt Lancet (Bd. 361, S. 363).

Die Wissenschaftler von der Aarhus-Universität verglichen die Sterberaten von etwa 20.000 Eltern, deren minderjähriges Kind gestorben war, mit denen von knapp 300.000 Eltern, deren Kind noch lebte. Sie registrierten dabei, wie viele Eltern im Zeitraum von achtzehn Jahren nach dem Tod ihres Kindes ebenfalls starben. Mütter, die ihr Kind verloren hatten, hatten eine vierzig Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, in dieser Zeit zu sterben als Mütter, deren Kinder noch lebte.

Jørn Olsen und seine Mitarbeiter untersuchten außerdem, ob sich die Sterberaten der Eltern unterschieden, wenn die Kinder eines natürlichen oder eines unnatürlichen Todes gestorben waren. Als natürliche Todesursache galten in der Studie schwere Krankheiten, als unnatürliche Todesursache Unfälle oder Selbstmord. Es zeigte sich, dass Mütter nach dem unnatürlichen Tod eines Kindes eine nochmals deutlich höhere Sterberate hatten als nach einem natürlichen Todesfall.

Unterschied man die Todesursachen der Mütter, war die Wahrscheinlichkeit, eines unnatürlichen Todes zu sterben, vor allem in den ersten drei Jahren nach dem Tod des Kindes erhöht. Die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Todesursache war dagegen erst ab dem zehnten Jahr deutlich höher als in der Vergleichsgruppe. Väter reagierten nicht so stark auf das Sterben ihres Kindes wie Mütter: Sie hatten nur in der ersten Zeit nach dem Tod des Kindes eine erhöhte Sterberate.

Der starke Stress, der nach dem Verlust eines Kindes auftritt, könne die Sterblichkeit auf mehrere Arten beeinflussen, erklärt Olsen. Zum einen könnten sehr intensive Trauerreaktionen unmittelbar nach dem Tod des Kindes die Selbstmordrate erhöhen. Zum anderen könne sich Stress langfristig auf verschiedene Körpervorgänge auswirken und so das Risiko für Infektionskrankheiten, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vergrößern, vermutet der Forscher.

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ddp/ bdw – Christine Amrhein
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