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Trend zu Single-Haushalten gefährdet die Umwelt

Weniger die wachsende Weltbevölkerung, als vielmehr der Trend zu Single-Haushalten und Kleinfamilien, bedrohen die Umwelt. Das berichten amerikanische Forscher nach einer Studie in 141 Ländern in einer Vorabpublikation im Fachmagazin „Nature“.

Das Team um Jianguo Liu von der Staatsuniversität Michigan verglich in Ländern weltweit das Bevölkerungswachstum, die Veränderung der Haushaltsgröße und die Artenvielfalt. In allen Ländern hat die Zahl der Haushalte in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen.

Dafür verantwortlich war aber weniger das Bevölkerungswachstum, sondern in weit stärkerem Ausmaß die Verkleinerung der Haushalte, fanden die Forscher. So wuchs die Bevölkerung in Deutschland zwischen 1985 und 2000 um 0,4 Prozent, die Zahl der Haushalte nahm aber beinahe doppelt so stark zu. Im Jahr 2015 würden in Deutschland gar weniger Menschen als heute leben ? aber in mehr Haushalten, schätzen die Forscher.

In Ländern, in denen die Zahl der Haushalte besonders stark wuchs, sind viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, fanden die Forscher. In Italien etwa entstanden zwischen 1951 und 1991 über acht Millionen neue Haushalte. Beinahe sechs Millionen davon bildeten sich alleine, weil 1991 nur 2,8 Personen, statt über 4 wie 1951, in einem Haushalt zusammenlebten.

Mit vielfältigen Folgen für die Natur: Für die neuen Wohnungen und Häuser wurden nicht nur Land und Materialien verbraucht. In kleinen Haushaltungen nehme zudem der Material- und Energieverbrauch pro Kopf zu, sagen die Forscher. So haben Haushalte oft, unabhängig von der Anzahl der Bewohner, einen Kühlschrank, eine Küche und ein Auto.

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Aber auch der Verbrauch an Heizenergie ist in Kleinhaushalten pro Kopf größer. Die Forscher führen ein Beispiel aus China an: Vor allem wegen der immer kleineren Haushalte hätten Menschen um das Wolong-Naturreservat immer mehr Holz gebraucht und damit den Lebensraum der Pandas zerstört, schreiben sie.

Ihre Studie würden sie als Weckruf verstehen, sagt Liu gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Politiker und Naturschützer sollten demnach weniger das Bevölkerungswachstum als die Zahl der Haushalte im Auge behalten. Steuererleichterungen für Großhaushalte etwa könnten dem Trend entgegenwirken, meint Liu.

ddp/bdw – Marcel Falk
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