Typveränderung im Forellenteich - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Typveränderung im Forellenteich

Erfahrungen und Beobachtungen können die Persönlichkeit von Regenbogenforellen verändern. Das haben britische Forscher herausgefunden, indem sie Forellen das Verhalten von Artgenossen beobachten oder sich in Kämpfen mit anderen messen ließen. Am Anfang noch kühne Fische zeigten weniger Mut, wenn sich die Kämpfe verloren oder scheue Fische beobachteten. Dagegen wuchs in scheuen Fischen die Kühnheit, wenn sie in Kämpfen überlegen waren. Die Beobachtung eines kühneren Fisches beeinflusste ihre ängstliche Natur hingegen nicht. Die Persönlichkeit eines Tieres könne durchaus flexibel sein und hänge vom sozialem Status und dem Verhalten anderer ab, schließen die Forscher.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Persönlichkeitstyp eines Individuums ein wesentlicher Faktor für sein Verhaltensmuster ist. Besonders der Grad der Kühnheit wirkt sich auf Entscheidungen aus, die von den Tieren in unvorhergesehenen Situationen gemacht werden. Ashley Frost und ihre Kollegen benutzten für ihre Versuche einen bekannten Test, um den Grad der Kühnheit von zufällig ausgewählten Forellen zu bestimmen. Bei dem Test geht es um die Zeit, die verstreicht, bis sich ein Tier einem neuen Objekt in seinem Umfeld auf eine bestimmte Distanz genähert hat. Je kürzer diese Zeit, desto kühner sind die Fische und umgekehrt.

Mithilfe dieses Kühnheits-Tests kontrollierten die Forscher die Veränderungen in der Persönlichkeit der Forellen nach den Experimenten. Bei den Beobachtungsexperimenten sahen die Forellen Artgenossen zu, wie diese mit neuen Objekten oder neuem Futter umgingen. Die Kampfexperimente waren so manipuliert, dass die Forscher vorhersagen konnten, welcher Fisch dominieren würde. Regenbogenforellen sind sehr aggressiv ? so reichten zehnminütige Kämpfe aus, um Klarheit zu schaffen.

Die Veränderungen in der Kühnheit nach den Experimenten zeigten den Forschern, dass bei den Regenbogenforellen die kühnen Individuen flexibler sind in der Anpassung von Verhalten und Veränderung ihrer Persönlichkeit. Auch waren ihre Reaktionen besser vorauszusehen als die der vorsichtigeren Artgenossen, deren Reaktionen zum Teil überraschend für die Forscher waren.

Ashley Frost (University of Liverpool) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2006.3751 ddp/wissenschaft.de ? Sabine Keuter
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