Übersinnliche Wahrnehmungen können auf gestörte Hirnchemie zurückgehen - wissenschaft.de
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Übersinnliche Wahrnehmungen können auf gestörte Hirnchemie zurückgehen

Wenn die Welt voller Wunder und Zeichen scheint, liegt möglicherweise ein Dopamin-Überschuss im Gehirn vor. Das legen zumindest Experimente Schweizer Forscher nahe, über die das Magazin „New Scientist“ berichtet (Ausgabe vom 25. Juli, S. 17).

Das Team um Peter Brugger vom Universitätskrankenhaus Zürich hat vierzig Personen auf einem Bildschirm jeweils für einen kurzen Augenblick Gesichter, zerknitterte Gesichter, diffuse Muster, Worte und Buchstabensalat gezeigt. Die Hälfte der Probanden glaubte nach eigenen Aussagen fest an die Existenz paranormaler Phänomene. Diese Gruppe sah in den diffusen Mustern denn auch häufiger Gesichter als die Skeptiker der anderen Gruppe. Außerdem erkannten sie im Buchstabensalat des öfteren Wörter, selbst wenn dort keine waren.

Die Forscher gaben daraufhin den Versuchspersonen das Medikament L-dopa. Es erhöht im Gehirn die Konzentration des Botenstoffes Dopamin. Das Mittel nehmen normalerweise Parkinsonkranke, die an einem chronischen Dopamin-Mangel leiden.

Sowohl die Paraspsychologie-Gläubigen als auch die Skeptiker sahen daraufhin in den diffusen Mustern und dem Buchstabensalat häufiger Gesichter und sinnhafte Worte. Das zusätzliche Dopamin erhöht offenbar die Bereitschaft des Gehirns, in Zweifelsfällen bekannte Muster wieder zu erkennen oder in eine eigentlich sinnlose Darbietung etwas Bedeutendes hinein zu interpretieren, erklären die Forscher.

ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek
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