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Umstrittene Studie: Ist Passiv-Rauchen weniger gefährlich als befürchtet?

Passives Rauchen sei bedeutend weniger gefährlich als bisher angenommen, behaupten zumindest amerikanische Forscher. Weder das Risiko von Lungenkrebs noch von Herz-Kreislauf- oder Atemwegs-Erkrankungen sei bei Personen erhöht, deren Ehepartner rauche. Die im renommierten Fachmagazin „British Medical Journal“ (Bd. 326, S. 1057) erschienene Studie wurde von der Tabakindustrie gesponsert.

Das Team um James Enstrom von der Universität von Kalifornien in Los Angeles wertete die Daten von 35.561 Nichtrauchern über einen Zeitraum von 40 Jahren aus, die mit einem rauchenden Partner zusammenleben. Diese „Passivraucher“ erkrankten nicht häufiger an der Lunge oder am Herzen als andere Nichtraucher, fanden die Forscher. Risikozuwächse von 30 Prozent für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bislang dem Passivrauchen zugeschrieben wurden, müssten eine andere Ursache haben, sagen die Mediziner.

Auch das Risiko chronischer Atemwegserkrankungen steigt laut den Autoren der Studie nicht durch Passivrauchen. Dem widerspricht jedoch George Davey Smith von der Universität Bristol in einem Kommentar im selben Heft. Er hatte die Daten selbst unter die Lupe genommen. Zog er nur jene Nichtraucher in die Analyse mit ein, die mit großer Sicherheit tatsächlich Zigarettenqualm ausgesetzt waren ? und nicht nur mit einem rauchenden Partner verheiratet sind ? so nahm deren Risiko einer Atemwegserkrankung um 65 Prozent zu. „Verheiratet zu sein mit einem Raucher sagt wenig darüber aus, wie viel Qualm in die Lungen gelangt“, sagt Smith. Dadurch würden die Autoren der Studie die Effekte des Passivrauchens unterschätzen.

ddp/bdw ? Marcel Falk
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