Unerwarteter Artenreichtum auf der Haut - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Unerwarteter Artenreichtum auf der Haut

Auf der menschlichen Haut leben mehr Bakterien als bisher angenommen: Amerikanische Forscher haben über 180 verschiedene Arten identifiziert, die natürlicherweise auf der Haut gesunder Menschen vorkommen. Dreißig davon waren bisher unbekannt. Erstmals konnten die Wissenschaftler zudem zeigen, dass sich die Bakterien auf der Haut verschiedener Menschen deutlich unterscheiden ? und die Vermutung bestätigen, dass die Mikroben sich dem individuellen Lebenswandel anpassen.

Zhan Gao und ihre Kollegen isolierten Hautbakterien mit Abstrichen an Unterarmen von sechs gesunden Probanden und verglichen Teile der bakteriellen Erbsubstanz, die so genannte 16S ribosomale DNA. Da diese molekularbiologische Methode ohne die Aufzucht von Hautbakterien in der Petrischale auskommt, ist sie leistungsfähiger, denn nicht alle Mikroben wachsen unter künstlichen Bedingungen. Das Ergebnis der Studie: Die Bakterienpopulationen auf der Haut verschiedener Menschen unterscheiden sich stark. Im Schnitt leben auf der Haut eines Menschen 48 verschiedene Bakterienarten, doch nur vier davon fanden die Wissenschaftler auf der Haut aller sechs untersuchten Probanden.

Während eine kleine Gruppe von harmlosen Hautbakterien einem Menschen treu bleibt, sind die meisten Bakterien nur vorübergehend zu Gast. Ihr Wachstum wird beeinflusst von Faktoren wie Wetter, Licht, persönlicher Hygiene oder dem Gebrauch von Kosmetika und Medikamenten. Ganz frei von Bakterien ist die Haut nie, denn der Mensch ist von Bakterien abhängig: Neun von zehn Zellen im menschlichen Körper sind mikrobische Zellen.

Wie stark Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Ekzeme die Hautbakterien beeinflussen, können Gao und ihre Kollegen noch nicht sagen. Dies ist Thema ihrer zukünftigen Forschung. Doch Krankheiten könnten entstehen, wenn sich der der Bakterienmix auf der Haut ändert, vermuten sie.

Zhan Gao (New York University School of Medicine) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung DOI 10.1073/pnas.0607077104 ddp/wissenschaft.de ? Fabio Bergamin
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