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Umwelt+Natur

Ungebetener Gast mit schlechten Manieren

Das nach Nordamerika eingeschleppte Büffelgras gräbt den einheimischen Bäumen das Wasser ab und tötet sie dadurch langfristig. Das haben amerikanische Forscher entdeckt, als sie die für die Wüstengebiete von Arizona typischen Palo-Verde-Bäume beobachteten. Ihre Ergebnisse stellen Alex Eilts und Travis Huxman von der Universität von Arizona in Tucson auf der Jahrestagung der Amerikanischen Ökologischen Gesellschaft in Portland vor. Bislang waren Biologen davon ausgegangen, dass es zwischen Gräsern und Pflanzen, deren Wurzeln sehr tief in die Erde reichen, keine Konkurrenz um Wasser gibt.

Eilts war aufgefallen, dass es auf dem Universitätsgelände in der Sonoran-Wüste nur dort, wo viel Büffelgras wächst, keine Palo-Verde-Bäume gibt, während diese typischen Gewächse sonst überall zu finden sind. Das war jedoch nicht immer so, entdeckte der Forscher beim Sichten alter Fotos, die vor der Ankunft des aus Afrika stammenden Grases aufgenommen worden waren: Auf diesen Aufnahmen befanden sich auf den fraglichen Stellen durchaus die auffallenden Bäume mit der grünen Rinde. Da diese Bäume bis zu 100 Jahre alt werden können, vermuteten Eilts und Huxman, das Büffelgras könne bei dem vorzeitigen Verschwinden der Pflanzen eine Rolle gespielt haben.

Daher untersuchten sie, wie stark Palo-Verde-Bäume in An- und Abwesenheit von Büffelgras unter Dürreperioden leiden. Da die Bäume bei Wassermangel beginnen, Äste abzuwerfen, um ihren Wasserverbrauch zu vermindern, brauchten die Wissenschaftler dazu nur die Anzahl der verlorenen Äste zu bestimmen. Die Auswertung brachte ein eindeutiges Ergebnis: Waren die Bäume von Büffelgras umgeben, stießen sie fast 25 Prozent ihrer Äste ab, während sie ohne das Gras lediglich auf 16 Prozent ihrer Äste verzichteten.

Das Büffelgras mache demnach eine Dürreperiode für die Bäume schlimmer, kommentiert Huxman dieses Ergebnis. Das widerspreche gängigen ökologischen Theorien, nach denen die Anwesenheit eines Grases den geringsten Effekt auf Pflanzen mit tiefen Wurzeln haben sollte. Die Forscher befürchten, dass die Palo-Verde-Bäume nicht die einzigen Pflanzen sind, denen das Gras das Wasser abdreht. Das sei besonders deswegen bedenklich, weil sich Büffelgras sehr schnell ausbreiten könne.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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