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Gesellschaft+Psychologie Umwelt+Natur

Unordnung in der Wohnung macht Unordnung im Kinderhirn

In einer chaotischen Umgebung aufzuwachsen könnte der geistigen Entwicklung von Kindern schaden. Diesen Schluss zieht ein britisch-amerikanisches Forscherteam aus den Ergebnissen einer Studie an insgesamt 8.000 Drei- und Vierjährigen, bei denen sie den Zusammenhang zwischen den häuslichen Bedingungen und dem Abschneiden der Kinder bei Intelligenztests untersucht hatten. Demnach hat Unordnung einen messbaren, wenn auch geringen Einfluss auf die Intelligenz der Kleinen, der unabhängig von den sonstigen sozialen Bedingungen ist. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausg. vom 28. August, S. 15).

Enge, unaufgeräumte Wohnungen, eine laute Umgebung und ein schlecht organisierter Haushalt waren bereits früher mit niedrigerer Intelligenz bei Kindern in Verbindung gebracht worden. Unklar blieb in diesen Studien jedoch, ob der wirtschaftliche oder soziale Status, die genetische Veranlagung oder die Umgebung an sich dafür verantwortlich waren. Um diese Faktoren möglichst unabhängig voneinander untersuchen zu können, analysierte das Team um Stephen Petrill von der Penn-State-Universität in University Park Daten von eineiigen und zweieiigen Zwillingen. Die Auswahl von Zwillingen sollte dabei helfen, den genetischen Einfluss präzise bestimmen zu können, da eineiige Zwillinge identische Gene besitzen.

Die Intelligenz der Kinder wurde anhand von Quizfragen, Vokabel- und Grammatiktests beurteilt und mit den häuslichen Verhältnissen in Beziehung gesetzt. Die anschließende statistische Auswertung der Daten zeigte den Forschern, dass die im Haushalt herrschende Ordnung tatsächlich einen Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten der Kinder hatte. Dieser Effekt war unabhängig vom sozioökonomischen Status der Familie. Nach Ansicht von Co-Autor Robert Plomin ist es nicht verwunderlich, dass Kinder in einer unordentlichen Umgebung nicht normal lernen können. Ein chaotisches Umfeld, so seine Argumentation, überdecke die Feinheiten, anhand derer die Kleinen sonst den Lauf der Welt erfassen könnten.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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