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Unterschiedlicher Ernährungsplan für Babys

Die Muttermilch von Frühchen-Müttern enthält weniger Antioxidantien als die von Müttern, deren Kinder nach einer normalen Schwangerschaft auf die Welt kommen. So findet sich nach einer Frühgeburt eine geringere Menge des Coenzyms Q10 in der Milch, einer Substanz, die im Körper verschiedene wichtige Funktionen vor allem im Energiestoffwechsel hat. Das hat ein Forscherteam um Julio José Ochoa Herrera von der Universität Granada (Spanien) bei einer Untersuchung von 30 Müttern entdeckt. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, einen besseren Ersatz für Muttermilch zu entwickeln, der alle für das Kind wichtigen Komponenten enthält. Zudem könnte die Studie helfen, die optimale Mischung an Zusatzstoffen zu finden, mit der Muttermilch für die Ernährung von Frühchen angereichert werden sollte.

Die Forscher untersuchten 15 Mütter, deren Kinder zum berechneten Zeitpunkt zur Welt gekommen waren, und 15 Mütter mit einem zu früh geborenen Baby. Von jeder Mutter nahmen sie drei Milchproben: die Erstmilch oder Kolostrum, die in den ersten fünf Tagen nach der Geburt produziert wird, die sogenannte Übergangsmilch, die sich bis zum zehnten Tag nach der Geburt bildet, und die normale, „reife“ Muttermilch. Weiterhin sollten die Teilnehmerinnen einen Fragebogen über ihre Ernährungsgewohnheiten ausfüllen. Anschließend analysierten die Forscher jeweils den Gehalt an Coenzym Q10, Vitamin E und den Gesamtgehalt an Antioxidantien. Ergebnis: Bei Müttern nach einer normalen Schwangerschaft lag die Q10-Konzentration um 75 Prozent höher als nach einer Frühgeburt, zeigte die Auswertung. Auch für Vitamin E erhielten die Forscher ähnliche Ergebnisse.

Muttermilch erhält eine ganze Reihe von Nährstoffen, die für die Gesundheit und die Entwicklung des Babies von großer Bedeutung sind, betonen die Forscher. Besonders die Erstmilch ist reich an Stoffen, die das Immunsystem des Neugeborenen stärkt. Während der Gehalt an anderen Antioxidantien bereits gut untersucht sei, sei über Bestandteile wie Q10 noch relativ wenig bekannt. Die aktuellen Ergebnisse sind zwar eine gute Basis, müssen aber noch erweitert werden. So können die Forscher bisher beispielsweise nicht beantworten, ob die Frühchen mit der geringeren Q10-Menge auskommen oder ob ihr Bedarf eigentlich höher liegt und die Muttermilch entsprechend angereichert werden müsste.

Auch für die Entwicklung eines Muttermilch-Ersatzes seien die Ergebnisse wichtig. „In manchen Fällen kann eine Mutter ihr Kind nicht stillen, so dass sie auf künstliche Muttermilch zurückgreifen muss“, sagt Ochoa. „Diese sollte der natürlichen Muttermilch so ähnlich wie möglich sein. Daher ist es wichtig, deren Zusammensetzung so gut wie möglich zu kennen.“ Je mehr man demnach über die Zusammensetzung der Muttermilch wisse, desto besser könne ein optimaler Ersatz entwickelt werden, von dem sowohl Frühchen als auch Babys von Müttern, die nicht stillen können, profitieren.

Julio José Ochoa Herrera (Universität Granada, Spanien) et al: Universität Granada dapd/wissenschaft.de – Christine Amrhein
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