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Umwelt+Natur

Urahn der Flusspferde entdeckt

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Oberer Backenzahn des Ur-Flusspferds Epirigenys lokonensis (Lihoreau et al.)
Flusspferde lieben das Wasser. Das ist wahrscheinlich kein Zufall, denn sie sind eng mit Walen und Delfinen verwandt. Wie und wo sich allerdings aus den Vorfahren beider Tiergruppen die ersten Flusspferde entwickelten, war bisher ein Rätsel. Ein Fossilfund in Kenia wirft nun ein neues Licht auf den Stammbaum dieser bedrohten Pflanzenfresser. Denn er stammt von einem Vorläufer der Flusspferde, der schon vor rund 30 Millionen Jahren lebte – rund 15 Millionen Jahre früher als der zuvor älteste bekannte Vertreter dieser Tiergruppe.

Flusspferde galten lange Zeit als eine Art riesenhaftes Wasserschwein. Wegen Ähnlichkeiten ihrer Zähne und der Verdauungsorgane wurden sie im Stammbaum der Tiere den Schweinartigen zugeordnet. In den 1990er Jahren aber enthüllten molekularbiologische Vergleichsanalysen dies als Irrtum, stattdessen galten die Flusspferde nun als engste Verwandte der Wale. Während aber die Evolution der Wale inzwischen durch Fossilien sehr gut rekonstruiert werden kann, klafft bei den Flusspferden eine enorme Lücke. Denn die ersten Wale schwammen schon vor gut 50 Millionen Jahren im Ozean, die ältesten Flusspferd-Funde sind jedoch erst rund 16 Millionen Jahre alt. Wie sie sich aus dem gemeinsamen Vorfahren entwickelten, blieb daher bisher im Dunkeln. Fabrice Lihoreau von der Université Montpellier und seinen Kollegen stellen nun einen neuen Fossilfund vor, der diese Lücke deutlich verkleinert.

Kieferfragment schließt Stammbaumlücke

Bei dem Fund handelt es sich um ein 1994 von der Paläontologin Maeve Leakey in den Lokone Hills in Kenia entdecktes Kieferfragment. Dieses wurde im Nationalmuseum in Kenia aufbewahrt, bis nun Lihoreau und seine Kollegen es wiederentdeckten und gemeinsam mit weiteren Fossilien erstmals näher analysierten. Wie ihre Untersuchung ergab, ist der Kiefer rund 30 Millionen Jahre alt und stammt von einem Vertreter der Anthracotheriidae – einer Paarhufergruppe, die genau in der Zeit lebte, in der bisher die große Lücke in der Evolution der Flusspferde klaffte. Diese eher schwerfälligen Tiere hatten äußerlich einige Ähnlichkeiten mit heutigen Flusspferden und auch Schweinen, ihre Stellung im Stammbaum war aber unklar.

Wie die Forscher feststellten, vereinen Zähne und Kiefer des Fossils Merkmale von frühen Paarhufern mit denen heutiger Flusspferde. Sie sprechen dafür, dass es damit zu den direkten Vorläufern der Flusspferde gehören könnte. Anhand der Merkmale ordnen die Paläontologen den Fund zudem in die Bothriodontinae ein, eine ausgestorbene Untergruppe der Anthracotheriidae. Möglicherweise, so erklären die Forscher, sind sie die lange gesuchten Urahnen der heutigen Flusspferde – und könnten so die rätselhafte Lücke im Fossilstammbaum schließen. Das Epirigenys lokonensis getaufte Fossil platzieren sie jedenfalls in ihrem neuen Stammbaumvorschlag zusammen mit den echten Flusspferden und dem einzigen weiteren bekannten Vertreter der Bothriodontinae in einen gemeinsamen Zweig.

Sollte sich dieser Stammbaum-Entwurf bestätigen, dann gehörten die Vorfahren der Flusspferde zu den ersten großen Säugetieren, die vor rund 40 Millionen Jahren aus Asien nach Afrika einwanderten. Erst dort entstanden dann vor rund 20 Millionen Jahren Jahren die ersten echten Ur-Flusspferde. Ihre Nachfahren wiederum breiten sich dann zeitweilig bis nach Europa und Asien aus. Heute kommen die wasserliebenden Schwergewichte allerdings nur noch im südlichen Afrika vor.

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Quelle:

© wissenschaft.de – Nadja Podbregar
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Strauß  〈m. 1; Zool.〉 größter heute lebender Vogel, zu den Flachbrustvögeln gehörender Vertreter einer eigenen Ordnung (Struthiones) in den Steppen Afrikas u. Vorderasiens: Struthio camelus ● Vogel ~; den Kopf in den Sand stecken wie der Vogel ~ 〈fig.〉 sich unangenehmen Tatsachen gegenüber verschließen ... mehr

Am 20. Mai 2020 endet eine vierjährige Übergangsfrist für das europaweite Verbot von aromatisierten Tabakprodukten. Dabei geht es vor allem um die berühmten Menthol-Zigaretten, die Helmut Schmidt so liebte. Böse Zungen behaupten, die 2-Euro-Münze mit seinem Konterfei sei ursprünglich mit rauchender Hand geplant gewesen, aber das ist natürlich nur eine Verschwörungstheorie.

Keine Verschwörungstheorie ist dagegen, dass Menthol die Atemwege kühlt und leicht betäubt und so das Inhalieren für Anfänger erleichtert. Eine Einstiegshilfe für Jugendliche also. Kein Wunder, dass die Tabakindustrie nach Alternativen sucht. Zufälligerweise hat die Reemtsma-Tochter Rizla, die Zigarettenpapier herstellt, eine „Aroma Card Menthol“ im Angebot, eine mit Menthol getränkte Karte. Die steckt man in die Zigarettenpackung, so dass die Glimmstängel nach einiger Zeit Mentholaroma haben.

Selbstverständlich ist das nur ein Angebot, damit Raucher/innen frei entscheiden können und auf keinen Fall eine Umgehung des Mentholverbots, wie manche Medien unter Berufung auf das Berliner „Forum Rauchfrei“ melden . Schließlich hat die Tabakindustrie keinerlei Interesse daran, dass Jugendliche mit dem Rauchen anfangen und womöglich noch abhängig werden. So was behauptet nur die Pharmaindustrie, hinter der steht Bill Gates und der will uns nur gegen Corona zwangsimpfen. Echt Alter, isch schwör.

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Disclaimer: Dieser Artikel könnte Spuren von Menthol Ironie enthalten.

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2020/05/19/reemtsma-und-das-verbot-von-metholzigaretten/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=reemtsma-und-das-verbot-von-metholzigaretten

Git|ter  〈n. 13〉 1 Einfriedung, Zaun, Absperrung, Abdeckung aus gekreuzt od. parallel verlaufenden Stäben (Draht~, Eisen~, Fenster~) 2 feines Netz aus sich kreuzenden Linien ... mehr

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