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Vater trotz HIV-Infektion

Auch mit HIV infizierte Männer können eigenen Nachwuchs zeugen, ohne die Partnerin und das Kind zu gefährden. Französische Wissenschaftler haben eine Technik zur künstlichen Befruchtung entwickelt, bei der eine Übertragung des Virus durch den Samen offenbar vollständig ausgeschlossen ist. Bei HIV-positiven Frauen funktioniert die gefahrlose künstliche Befruchtung dagegen bisher nur schlecht, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Human Reproduction (Bd. 18, S. 1244).

Insgesamt 57 Paare, bei denen ein Partner HIV-positiv war, hatte das Team um Jeanine Ohl vom Centre d’AMP (Assistance médicale à la procréation) in Straßburg in ihre Studie eingeschlossen. War der Mann betroffen, nutzten die Wissenschaftler eine mehrstufige Waschtechnik, bei der sie das Sperma von der Samenflüssigkeit abtrennten. Vor der eigentlichen Befruchtung testeten sie die Spermien auf die Virusinfektion, um ausschließlich HIV-freie Samenzellen zu erhalten.

Als besonders effektiv erwies sich bei der Befruchtung die Methode der Mikro-Injektion (intracytoplasmatische Spermatozoeninjektion, kurz ICSI): Hierbei spritzten die Forscher unter einem speziellen Mikroskop eine Samenzelle in die Eizelle und transferierten die befruchtete Eizelle anschließend in die Gebärmutterhöhle.

Bei knapp einem Drittel der Paare mit einem infizierten männlichen Partner erwies sich die Befruchtung als erfolgreich. In keinem Fall führte sie zu einer Ansteckung. Von den zehn Paaren, bei denen die Frau HIV-positiv war, wurde jedoch nur eine Frau schwanger. Allerdings hätten die infizierten Männer im Gegensatz zu den HIV-positiven Frauen generell kein Problem mit ihrer Fruchtbarkeit gehabt, erklärt Ohl. Der Grund dafür sei möglicherweise das Alter der Frauen: Sie waren durchschnittlich deutlich älter als die Partnerinnen der infizierten Männer, da das französische Gesetz erst seit zwei Jahren die künstliche Befruchtung bei Paaren erlaubt, bei denen der weibliche Partner HIV-positiv ist.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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