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Verbreitet sich SARS über die Stratosphäre?

SARS könnte sich möglicherweise über die Stratosphäre verbreiten. Diese alternative Theorie über die Ausbreitung der tödlichen Lungenerkrankung haben britische Astrobiologen aufgestellt. Ihre Argumente stellen Chandra Wickramasinghe von der Universität Cardiff und seine Kollegen in der Fachzeitschrift „The Lancet“ vor (Bd. 361, S. 1832).

In Proben aus der Erdstratosphäre in 41 Kilometer Höhe haben Forscher bereits große Mengen von Mikroorganismen gefunden ( wissenschaft.de berichtete). Schätzungen zufolge fallen täglich bis zu 20.000 Bakterien auf einen Quadratmeter Erdoberfläche. Die meisten dieser ungebetenen Gäste sind vollkommen harmlos. Doch auch krankmachende Bakterien oder Viren könnten auf diese Art und Weise zur Erde gelangen, sagen Wickramasinghe und seine Kollegen.

Verschiedener Pandemien in der Geschichte könnten sich daher über die Stratosphäre verbreitet haben, vermuten die Astrobiologen. Die Verbreitungsmuster dieser Epidemien, die auf große Gebiete eines Landes oder Erdteils oder gar weite Teile der Erde übergriffen, seien oft nicht einfach auf der Basis normaler Ansteckungswege zu erklären.

So zeige beispielsweise die Influenza-Pandemie von 1918, die Spanische Grippe, deutliche Kennzeichen einer Infektion über die Stratosphäre: Auch wenn es die Ansteckung von Person zu Person gab, kam die Krankheit plötzlich am gleichen Tag in weit voneinander entfernten Teilen der Welt vor. Andererseits brauchte es zum Teil Tage, bis sie sich über relative kurze Entfernungen ausgebreitet hatte. Hinzu kommen Berichte über das plötzliche Auftreten der Grippe in einem über Monate isolierten Gebiet in Alaska.

Auch SARS habe ein ungewöhnliches Verbreitungsmuster, sagen die Astrobiologen. Das Virus sei unerwartet neu und außerdem in China ohne jede Warnung aufgetreten. Wenn es sich tatsächlich auch über die Stratosphäre ausbreitet, könnten neue SARS-Fälle auf der ganzen Welt noch über Jahre vorkommen, bis der Vorrat in dieser Atmosphärensicht erschöpft ist. „Obwohl alle vernünftigen Eindämmungsversuche fortgesetzt werden sollten, sollten wir auch aufmerksam für das Auftreten neuer Brennpunkte bleiben“, warnt Wickramasinghe.

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ddp/bdw – Cornelia Pfaff
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