Vererbter Gesang - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Vererbter Gesang

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Zebrafinken singen ohne Gesangsunterricht.
Zebrafinkenmännchen lernen das Singen auch ohne Vorbilder. Das haben Wissenschaftler bei Versuchen herausgefunden. Die Forscher ließen Zebrafinkenmännchen isoliert aufwachsen und verglichen ihre Gesänge mit denen von Artgenossen, die das Singen von älteren Männchen gelernt hatten. Der Gesang der isolierten Vögel wich stark von dem der anderen Tiere ab. Jedoch glichen sich die Gesänge der isoliert gehaltenen Vögel denen natürlicher Populationen innerhalb von drei bis vier Generationen wieder an, berichten Olga Fehér von der Universität von New York und ihre Kollegen.

Für ihre Untersuchungen isolierten die Forscher dreißig Tage alte Zebrafinkenküken von der Gruppe und ließen sie ihre Gesänge drei Monate lang allein entwickeln. Die Forscher verglichen den Gesang dieser isolierten Vögel mit dem von Männchen, die das Singen in der Gruppe und mit Vorbildern gelernt hatten. Die normalen Gesänge bestehen aus individuellen feststehenden Silben, die in der gleichen Reihenfolge wiederholt geträllert werden. Bei den isolierten Männchen war der Gesang sehr viel weniger strukturiert, lauter und mit hohen Ausreißern. Er besaß keinen Rhythmus und klang monoton.

Die Wissenschaftler setzten die isoliert aufgewachsenen Männchen zu jeweils einem männlichen Jungvogel. Diese nahmen sich die älteren Zebrafinken zum Vorbild und imitierten deren Gesang. Sie übernahmen die Silben ihrer Lehrer, aber sangen in einem Rhythmus, der dem normalen Gesang ähnlicher war. Die Forscher setzten diese Jungvögel der nächsten Generation als Lehrer vor. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich der Gesang nach drei bis vier Generationen dem normaler Populationen angeglichen hatte. Die Forscher schließen aus ihrer Beobachtung, dass die Singkultur bei Zebrafinken teilweise genetisch festgelegt ist, durch die Umwelt weiter beeinflusst wird und nur wenige Generationen benötigt um sich auszuprägen.

Olga Fehér (Universität von New York) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nature07994 ddp/wde ? Bele Boeddinghaus
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