Verstaubte Gefäße - wissenschaft.de
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Verstaubte Gefäße

Feinstaub in der Atemluft kann auch in geringen Konzentrationen Herzerkrankungen verursachen. Das entdeckten amerikanische Wissenschaftler in einer Langzeitstudie an 28 Mäusen, die mehrere Monate lang regelmäßig verschmutzte Luft einatmen mussten. Dabei lag die durchschnittliche Menge an so genannten PM2,5-Staubpartikeln, deren Größe weniger als 2,5 Tausendstel Millimeter beträgt, unterhalb der in den USA geltenden Grenzwerte. Dennoch bildeten sich in den Blutgefäßen der Tiere deutlich mehr Ablagerungen als bei Mäusen, die staubfreie Luft einatmen konnten. Solche arteriosklerotischen Verengungen der Gefäße tragen wesentlich zur Entstehung von Herzerkrankungen bei. Bislang war unklar, wie genau solche Krankheiten durch verschmutzte Atemluft ausgelöst werden können.

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Staubpartikeln in der Luft hängt neben ihrer Zusammensetzung auch von ihrer Größe ab, wobei PM2,5 aufgrund der geringen Teilchengröße als besonders gefährlich gelten. In der EU gelten für Teilchen dieser Größe bislang noch keine Grenzwerte, wohl aber in den USA. Die durchschnittliche Jahresmenge darf dort 15 Tausendstel Gramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten.

Diesen Grenzwert hielten die Forscher bei ihrer Studie an Mäusen ein: An fünf Tagen die Woche atmeten die Tiere mehrere Stunden lang Luft ein, deren Staubkonzentration typisch für New York, aber noch gesetzlich erlaubt ist. Nach sechs Monaten waren die Arterien der Tiere zu 19 Prozent mit Ablagerungen gefüllt. Bei einer Kontrollgruppe, die nur staubfreie Luft eingeatmet hatte, lag der Wert dagegen bei 13 Prozent. Deutlicher war der Effekt bei Tieren, die anstelle von normalem Futter während der gesamten Studiendauer sehr fettreiche Nahrung bekommen hatten: Deren Arterien waren zu über 41 Prozent verstopft, wenn die Tiere wiederholt Schmutzpartikel eingeatmet hatten, und zu etwa 26 Prozent unter staubfreien Bedingungen.

Die verschmutzte Luft verringerte aber nicht nur den Durchmesser der Blutgefäße, sondern machte zusätzlich deren Wände weniger elastisch, wie Messungen ergaben. Dadurch steigt das Risiko für Bluthochdruck ? einem weiteren Faktor, der bei Herzerkrankungen eine Rolle spielt. Auch in diesem Fall war der beobachtete Effekt besonders bei jenen Tieren ausgeprägt, deren Futter viel Fett enthielt.

Dass offensichtlich auch wiederholte kurze Aufenthalte in mit Feinstaub belasteter Luft das Risiko für Herzerkrankungen steigern können ? auch wenn im Durchschnitt die zulässigen Höchstwerte eingehalten werden ?, sollte nach Ansicht der Forscher bei der Festlegung solcher Grenzwerte berücksichtigt werden. In weiteren Studien müsse nun erforscht werden, welche Bestandteile des Feinstaubs genau für die Gesundheitsgefährdung verantwortlich sind und wie der zugrundeliegende Wirkungsmechanismus im Detail aussieht. Diese Ergebnisse könnten dann die Basis für entsprechende Studien an Menschen liefern, hoffen die Forscher.

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Lung Chi Chen ( Universität in New York) et al.: JAMA, Bd. 294, S. 3003 ddp/wissenschaft.de ? Martina Feichter
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