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Vertrauen aus der Dose

Das Hormon Oxytocin stärkt das Vertrauen in andere Menschen: Wer das Neuropeptid über die Nase einatmet, ist eher geneigt, anderen sein Geld für Investitionen zu überlassen. Das haben Forscher aus der Schweiz bei knapp 60 Freiwilligen beobachtet.

Oxytocin wird von der Hypophyse ausgeschüttet und hat beim Menschen unter anderem einen entscheidenden Einfluss bei der Geburt und die anschließende Bindung zwischen Mutter und Kind. Bei Tieren wird dem Hormon eine fördernde Rolle bei sozialen Interaktionen wie zum Beispiel der Partnerfindung zugesprochen. Die Forscher um Ernst Fehr testeten nun die Wirkung des Hormons an menschlichen Probanden, die an einem Vertrauensexperiment teilnahmen.

Die Versuchsteilnehmer mussten entscheiden, wie viel Geld sie einem Treuhänder überlassen wollten, der ihnen später ? nachdem sich das Guthaben vervierfacht hatte ? beliebig viel Geld zurückgeben konnte. Nachdem die Investoren Oxytocin eingeatmet hatten, waren sie deutlich vertrauensseliger, beobachteten die Wissenschaftler: Von den 29 Probanden, die das Hormon verabreicht bekamen, legten 45 Prozent maximales Vertrauen in den Treuhänder an den Tag. Bei den 29 Freiwilligen, die ein Placebo erhalten hatten, waren es dagegen lediglich 21 Prozent.

Ersetzten die Forscher den Treuhänder durch einen Computer, war der Effekt allerdings nicht länger zu beobachten. Das Hormon steigert also nicht schlicht die allgemeine Risikobereitschaft, sondern fördert soziale Interaktionen und die Neigung, soziale Risiken einzugehen, schließen Fehr und seine Kollegen aus ihren Beobachtungen.

Ernst Fehr (Universität Zürich) et al.: Nature, Bd. 435, S. 673

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