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Video der Woche: Jagdflug aus Falken-Perspektive

Credit: Eddy de Mol Für Krähen sind die Aufnahmen unseres Videos der Woche Momente des Schreckens: Verzweifelt versuchen sie, den Klauen von Falken zu entkommen. Doch für zwei US-Biologen waren die Filme spannendes Forschungsmaterial: Sie dokumentieren wie Falken bei der Jagd vorgehen. Für ihre Studie haben sie die Raubvögel mit Videokameras ausgestattet, um die Jagdtechnik aus deren Perspektive verfolgen zu können. Bisher war unklar, mit welcher Strategie Falken ihre Beutetiere in der Luft fangen. Durch die Videos zeigte sich: Krähen und Co werden abgepasst.

 

Suzanne Amador Kane und Marjon Zamani vom Haverford College in Haverfordhaben für ihre Filmaufnahmen mit Falknern aus der ganzen Welt zusammengearbeitet. Sie rüsteten ihre Vögel mit kleinen Kameras aus, die entweder auf dem Kopf oder dem Rücken der Tiere befestigt wurden. Mit dieser Technik an Bord gingen die Tiere dann auf Jagd. Das Dokumentations-Video der Forscher zeigt die Aufnahmen, die bei der Jagd auf Krähen entstanden. Neben anderen Vogelarten gehören sie zur bevorzugten Beute der flinken Raubvögel. Doch die Krähen-Jagd ist für sie durchaus eine Herausforderung: Die Rabenvögel sind nämlich ebenfalls schnell, clever und wendig – ein Falke darf nicht zu viel Zeit und Energie mit langen oder gar erfolglosen Verfolgungsjagden verschwenden.

Wie die Raubvögel vorgehen, zeigten nun die Auswertungen der Videos. Wenn die Tiere die Krähen nur einfach verfolgen und einholen würden, müsste die Beute bei den Aufnahmen stets in der Mitte des Bildes erscheinen, so die Forscher. Doch das war offenbar nicht der Fall. Die Falken versuchen hingegen ständig vorauszuberechnen, wohin sich das Opfer bewegt, um es dann abzupassen. Sie erreichen dies, indem sie so fliegen, dass die Beute sich vor dem Hintergrund des Blickfeldes kaum verschiebt. Außerdem fliegen die Falken dabei in einer Position, die für das Opfer schwer einsehbar ist, erklären die Forscher. 

„ Das Konzept der Falken bei der Verfolgungsjagd ist also Abpassen“, resümiert Amador Kane. Das sei auch eine Vorgehensweise, die beispielsweise von Fledermäusen bekannt ist und sogar wir Menschen nutzen der Forscherin zufolge manchmal dieses Prinzip. „Das ist wie wenn man mit einem Kind Fangen spielt: Es rennt im Zick-Zack vor einem weg… deshalb muss man ihm bei den Bewegungen einen Schritt voraus sein“, sagt Kane.

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Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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