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Video der Woche: Tierisch clevere La-Ola-Welle

Credit: Sandy Nervig, Growing Ideas Sie recken sich ruckartig in die Höhe und quietschen dabei – für die nordamerikanischen Präriehunde ist dieses kuriose Verhalten typisch. Der sogenannte „Jump-Yip“ ist außerdem ansteckend: Beginnt ein Tier damit, schließen sich andere an, so dass eine Welle durch die gesamte Präriehund-Kolonie geht – wie bei einer La-Ola-Welle im Sportstadium. Bisher war unklar, welchem Zweck dieses Verhalten eigentlich dient. Nun konnten kanadische Forscher zeigen: Präriehunde testen die Wachsamkeit ihrer Artgenossen, indem sie überprüfen, wie viele Tiere sie zu einer „La-Ola-Welle“ animieren können. Eine starke Jump-Yip-Welle bedeutet dabei: Viele Prairiehunde halten nach Feinden Ausschau – es kann also entspannt Gras gemümmelt werden.

 

Schwarzschwanz-Präriehunde ( Cynomys ludovicianus ) sind putzige Nagetiere, die vor allem auf den Great Plains Nordamerikas vorkommen. Sie leben in teils großen Kolonien und bauen sich unterirdische Behausungen – so entstehen regelrechte „Präriehund-Städte“. Dieses Gemeinschaftsleben hat Vorteile: Viele Augen halten nach möglichen Feinden, wie Kojoten oder Adlern, Ausschau. Ein Warnsignal genügt, und alle Tiere verschwinden in den sicheren Bauten.

 

Bisher wurde vermutet, dass der Jump-Yip in diesem Zusammenhang ein Zeichen dafür sein könnte, dass die Luft rein ist – also keine Bedrohungen vorhanden sind. Doch diese Deutung sei wenig plausibel, da die Tiere das Verhalten auch dann zeigen, wenn Feinde in der Nähe sind, berichten James Hare von der University of Manitoba in Winnipeg und seine Kollegen. Deshalb hatten sie einen anderen Verdacht: Es könnte sich um einen Aufmerksamkeitstest handeln.

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Der Nager-La-Ola auf der Spur

 

 

Um dies nachzuweisen, analysierten die Forscher die Eigenschaften der Wellen und beobachteten außerdem gezielt, wie sich ein Präriehund verhält, nachdem er eine dieser Kettenreaktionen ausgelöst hat. Ergebnis: Ließen sich viele Artgenossen zur Nager-La-Ola animieren, widmet sich das jeweilige Tier anschließend besonders ausgiebig der Nahrungssuche. Fiel die Welle hingegen dürftig aus, unterbricht der Präriehund das Futtern häufiger durch aufmerksames Ausschauhalten. Den Forschern zufolge legt dieser Zusammenhang nahe, dass der Jump-Yip der Einschätzung dient, wie viele Augen gerade nach Feinden Ausschau halten. So erfährt ein Präriehund also, wie viel Zeit er selbst in Wachsamkeit investieren muss.

 

 

 

 

 

 

 

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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