Video der Woche: Wenn das mal gut geht - Faultier überquert Straße - wissenschaft.de
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Video der Woche: Wenn das mal gut geht – Faultier überquert Straße

Das seltsame Grinsen in seinem runden Gesicht scheint zu sagen: Ich habe Zeit! Das Faultier ist das Symbol für Faulheit schlechthin. Wie in Zeitlupe hangelt sich dieses seltsame Wesen durch die Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Es setzt sogar schon im wahrsten Sinne des Wortes Moos an ? das verleiht seinem zotteligen Fell eine modrig grüne Farbe. In der Natur hat alles einen Sinn, heißt es ? doch was ist der Sinn dieser Langsamkeit? Warum turnt das Faultier nicht munter durch die Äste, wie die Affen?

?Mit Faulheit hat das nichts zu tun?, sagt John Nyakatura vom Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. ?Diese Langsamkeit ist ein sehr cleveres Erfolgskonzept?. Das Faultier spart durch seine gemächlichen Bewegungen eine Menge Energie. Auf diese Weise kann es eine Futterquelle nutzen, die vielen anderen Tieren zu mager wäre: Es ernährt sich von den extrem nährstoffarmen Blättern der Baumkronen. ?Möglichst wenig bewegen, um keine Energie zu verschwenden ? so schafft es das Faultier, damit auszukommen?, erklärt Nyakatura.

Zweifingerfaultiere erreichen eine Länge von etwas über einem halben Meter und werden bis zu neun Kilogramm schwer. Den größten Anteil an diesem Gewicht stellt allerdings der Mageninhalt, denn für den Bewegungsapparat des Faultieres reicht eine sehr kleine Muskelmasse aus. ?Faultiere sind unter ihrem langen Fell erstaunlich dünn?, so Nyakatura. Mit diesem Konzept der Sparsamkeit hatten die Faultiere beachtlichen Erfolg: Die sechs unterschiedlichen Faultierarten konnten sich mit dieser Strategie die Wälder Mittel- und Südamerikas erobern und leben dort in oft beachtlicher Dichte. ?In manchen Gebieten stellen Faultiere sogar den Größten Anteil bei der Biomasse der Säugetiere?, sagt Nyakatura.

Die Langsamkeit bietet sogar noch einen weiteren Vorteil: ?So moosgrün und ohne auffällige Bewegungen sind Faultiere für Feinde in den Baumkronen kaum auszumachen? so Nyakatura. Dadurch entgehen sie oft selbst den scharfen Augen der Harpyie ? einer großen Adlerart, die in den Wäldern nach Beute Ausschau hält. Wehrlos ist aber auch das Faultier nicht. Wenn es tatsächlich einmal angegriffen wird, ist Schluss mit gemütlich: Es kann mit seinen langen Krallen durchaus flinke Hiebe austeilen und mit seinen spitzen Zähnen kräftig zubeißen.

© dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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