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Virus hilft beim Nachweis der Wanderungen von Pumas

Zeig mir deine Krankheitserreger und ich sag dir, wo du herkommst. So ähnlich funktioniert das Verfahren, das Roman Biek von der Universität von Montana zur Rekonstruktion von Pumawanderungen in den Rocky Mountains verwendet. Er hat im Blut der Pumas nach dem als Katzen-Aids bekannten FIV-Virus gesucht und dieses auf genetische Unterschiede hin untersucht, wie das Fachmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe berichtet. Biek präsentierte seine Ergebnisse auf dem 16. Jahrestreffen der Gesellschaft für Naturschutzbiologie.

Anhand des Vergleichs der Genfolge im DNA-Molekül, dem Träger der Erbinformation, können Forscher den genetischen Verwandtschaftsgrad von Lebewesen feststellen. Tiere der gleichen Art, die in der gleichen Region leben und sich untereinander fortpflanzen, haben in der Regel ein ähnliches Erbmaterial, während räumlich getrennt lebende Populationen sich genetisch auseinander entwickeln können.

Derartige genetische Unterschiede sind aber erst nach vielen Generationen deutlich nachweisbar. Biek war aber an den Pumawanderungen des letzten Jahrzehnts interessiert. Damit schien die DNA-Methode nicht erfolgversprechend zu sein.

Doch statt der Erbsubstanz der Pumas untersuchte Biek die DNA des FIV-Virus, den er bei etwa 50 Prozent der Pumas im Blut fand. Anders als bei Hauskatzen scheint das Virus bei den Pumas keine Krankheitssymptome hervorzurufen. Für Biek war das Virus deshalb interessant, weil seine Mutationsrate sehr hoch ist. Innerhalb eines Jahres ändert das Virus etwa ein Prozent seiner Erbsubstanz.

Biek stellte zunächst erwartungsgemäß fest, dass Pumas aus derselben Region von genetisch ähnlichen FIV-Viren befallen waren. Doch er fand einzelne Pumas, deren Viren sich stark von denen ihrer „Nachbarn“ unterschieden, dafür aber denen von Pumas in weit entfernten Gebieten der Rocky Mountains ähnelten. „Wenn wir beweisen können, dass die Pumas große Entfernungen in den nördlichen Rocky Mountains zurücklegen, dann ist das ein starkes Argument dafür, dieses gesamte Gebiet zu schützen“, sagte Biek auf der Tagung der Naturschutzbiologen.

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Axel Tillemans
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