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1,5 Millionen Wale, Delfine und Schweinswale leben im europäischen Atlantik

Volkszählung unter Europas Meeressäugern

Walzählung per Flugzeug
Meeressäuger-Zählung aus dem Flugzeug. (Foto: Nino Pierantonio/ SCANS-IIII)
Forscher haben eine großangelegte Zählung der Delfine und Wale in Atlantik, Ärmelkanal und Nordsee abgeschlossen. Per Schiff und Flugzeug ermittelten sie, wie viele Meeressäuger sich vor den europäischen Küsten tummeln. Das positive Fazit: Die Bestände sind weitgehend stabil.

Ob Schweinswal, Großer Tümmler oder Gemeiner Delfin: Vor Europas Küsten leben zahlreiche verschiedene Arten von Meeressäugern. Einige, wie der Schweinswal, halten sich vor allem in der Nordsee und entlang der Küsten Nordeuropas auf. Andere, wie der Gemeine Delfin, sind weiter südlich häufiger und haben ihren Verbreitungsschwerpunkt vor den Küsten Frankreichs, Portugals und Spaniens.

1,5 Millionen Meeressäuger

Um herauszufinden, wie sich die Bestände seit der letzten „Volkszählung“ im Jahr 2005 entwickelt haben, hat ein europäisches Forscherteam im Sommer 2016 eine großangelegte Zählung durchgeführt. Mit drei Schiffen und sieben Flugzeugen suchten die Forscher das 1,8 Millionen Quadratkilometer große Untersuchungsgebiet auf festgelegten Routen ab. Erfasst wurden dabei 19 verschiedenen Wal- und Delfinarten im Bereich von der Straße von Gibraltar bis zum südlichen Vestfjord in Norwegen.

Jetzt haben die Forscher das Ergebnis ihrer Zählung veröffentlicht. Insgesamt ermittelten sie eine Population von rund 1,5 Millionen Walen, Delfinen und Schweinswalen im europäischen Atlantik und der Nordsee. Die gute Nachricht: Die Bestände der meisten Meeressäuger sind seit der letzten Zählung von 2005 weitgehend stabil geblieben. Bei Schweinswal, Weißschnauzendelfin und Zwergwal gibt es sogar seit 1994 kaum Veränderungen.

Schweinswale und Delfine am häufigsten

Mit Abstand am häufigsten tummelt sich der Schweinswal in den europäischen Gewässern: Fast eine halbe Million dieser eng mit den Delfinen verwandten Wale leben in den Meeresgebieten zwischen Spaniens Südspitze und Nordnorwegen. Sein Verbreitungsschwerpunkt hat sich allerdings im Laufe der letzten gut 20 Jahre verschoben: Früher war diese Walart vor Norwegen und Schottland am häufigsten, heute haben sich ihre Bestände weiter in die südliche Nordsee verlagert, wie die Zählung ergab.

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Fast genauso häufig sind Delfine: Die Forscher schätzen, dass es rund 468.000 Gemeine Delfine und 372.000 Streifendelfine im europäischen Atlantik gibt. Hinzu kommen 158.000 weitere Delfine, die nicht sicher einer der beiden Arten zugeordnet werden konnten. Außerdem wurden 28.000 Große Tümmler, 36.000 Weißschnauzendelfine und 16.000 Weißseitendelfine gezählt. Auch die Bestände der Delfine sind seit der letzten Zählung weitgehend stabil geblieben.

Von Pottwal bis Finnwal

Eher weiter von der Küste entfernt im offenen Meer tummeln sich zudem einige Arten der Schnabel- und der Bartenwale. Unter diesen sind 26.000 Pilotwale, 14.000 Pottwale und 11.000 weitere Schnabelwale. Sie ernähren sich vorwiegend von Tintenfischen, die sie bei Tauchgängen in größere Meerestiefe erbeuten. Sie komme vor allem vor der Nordküste Großbritanniens und im Offshore-Gebiet vor der Küste von Frankreich vor.

Die Bartenwale filtern dagegen ihre Nahrung aus dem Wasser. Von dieser Gruppe zählten die Forscher rund 15.000 Zwergwale. Sie kommen vorwiegend in der Nordsee und im Meeresgebiet zwischen Irland und Großbritannien vor. Die rund 18.000 europäischen Finnwale konzentrieren sich dagegen in einem ziemlich eng umgrenzten Meeresgebiet vor Nordspanien und Frankreich.

„Insgesamt haben die Ergebnisse dieser großangelegten Zählung unser Wissen über die Verbreitung und Häufigkeit der Wale und Delfine im europäischen Atlantik sehr erweitert“, konstatieren die Forscher in ihrem Abschlussbericht. „Dies ermöglicht es uns, die Belastungen durch menschlichen Einfluss und Beifänge im Kontext der Gesamtbestände zu sehen. Damit haben wir eine bessere Basis für den Schutz dieser Tiere“

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, SCANS-III-Bericht

Ob Schweinswal, Großer Tümmler oder Gemeiner Delfin: Vor Europas Küsten leben zahlreiche verschiedene Arten von Meeressäugern. Einige, wie der Schweinswal, halten sich vor allem in der Nordsee und entlang der Küsten Nordeuropas auf. Andere, wie der Gemeine Delfin, sind weiter südlich häufiger und haben ihren Verbreitungsschwerpunkt vor den Küsten Frankreichs, Portugals und Spaniens.

1,5 Millionen Meeressäuger

Um herauszufinden, wie sich die Bestände seit der letzten „Volkszählung“ im Jahr 2005 entwickelt haben, hat ein europäisches Forscherteam im Sommer 2016 eine großangelegte Zählung durchgeführt. Mit drei Schiffen und sieben Flugzeugen suchten die Forscher das 1,8 Millionen Quadratkilometer große Untersuchungsgebiet auf festgelegten Routen ab. Erfasst wurden dabei 19 verschiedenen Wal- und Delfinarten im Bereich von der Straße von Gibraltar bis zum südlichen Vestfjord in Norwegen.

Jetzt haben die Forscher das Ergebnis ihrer Zählung veröffentlicht. Insgesamt ermittelten sie eine Population von rund 1,5 Millionen Walen, Delfinen und Schweinswalen im europäischen Atlantik und der Nordsee. Die gute Nachricht: Die Bestände der meisten Meeressäuger sind seit der letzten Zählung von 2005 weitgehend stabil geblieben. Bei Schweinswal, Weißschnauzendelfin und Zwergwal gibt es sogar seit 1994 kaum Veränderungen.

Schweinswale und Delfine am häufigsten

Mit Abstand am häufigsten tummelt sich der Schweinswal in den europäischen Gewässern: Fast eine halbe Million dieser eng mit den Delfinen verwandten Wale leben in den Meeresgebieten zwischen Spaniens Südspitze und Nordnorwegen. Sein Verbreitungsschwerpunkt hat sich allerdings im Laufe der letzten gut 20 Jahre verschoben: Früher war diese Walart vor Norwegen und Schottland am häufigsten, heute haben sich ihre Bestände weiter in die südliche Nordsee verlagert, wie die Zählung ergab.

Fast genauso häufig sind Delfine: Die Forscher schätzen, dass es rund 468.000 Gemeine Delfine und 372.000 Streifendelfine im europäischen Atlantik gibt. Hinzu kommen 158.000 weitere Delfine, die nicht sicher einer der beiden Arten zugeordnet werden konnten. Außerdem wurden 28.000 Große Tümmler, 36.000 Weißschnauzendelfine und 16.000 Weißseitendelfine gezählt. Auch die Bestände der Delfine sind seit der letzten Zählung weitgehend stabil geblieben.

Von Pottwal bis Finnwal

Eher weiter von der Küste entfernt im offenen Meer tummeln sich zudem einige Arten der Schnabel- und der Bartenwale. Unter diesen sind 26.000 Pilotwale, 14.000 Pottwale und 11.000 weitere Schnabelwale. Sie ernähren sich vorwiegend von Tintenfischen, die sie bei Tauchgängen in größere Meerestiefe erbeuten. Sie komme vor allem vor der Nordküste Großbritanniens und im Offshore-Gebiet vor der Küste von Frankreich vor.

Die Bartenwale filtern dagegen ihre Nahrung aus dem Wasser. Von dieser Gruppe zählten die Forscher rund 15.000 Zwergwale. Sie kommen vorwiegend in der Nordsee und im Meeresgebiet zwischen Irland und Großbritannien vor. Die rund 18.000 europäischen Finnwale konzentrieren sich dagegen in einem ziemlich eng umgrenzten Meeresgebiet vor Nordspanien und Frankreich.

„Insgesamt haben die Ergebnisse dieser großangelegten Zählung unser Wissen über die Verbreitung und Häufigkeit der Wale und Delfine im europäischen Atlantik sehr erweitert“, konstatieren die Forscher in ihrem Abschlussbericht. „Dies ermöglicht es uns, die Belastungen durch menschlichen Einfluss und Beifänge im Kontext der Gesamtbestände zu sehen. Damit haben wir eine bessere Basis für den Schutz dieser Tiere“

© natur.de – Nadja Podbregar
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